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Marktanalyse

N-Dünger: Harnstoff wird günstiger

Dr. Olaf Zinke, agrarmanager
am
20.03.2017

Die Exportpreise für Harnstoff geraten international stärker unter Druck als zunächst erwartet. In Deutschland ist der Preisrückgang bislang moderater.

An den deutschen Spotmärkten haben die Harnstoffpreise zuletzt leicht nachgegeben, wie Dr. Olaf Zinke, Marktexperte beim agrarmanager berichtet. Dabei verhindert der anhaltend schwache Euro zunächst noch einen stärkeren Preisrückgang. Vor dem Hintergrund der für die hinteren Termine weiter nachgebenden Weltmarktpreise für Harnstoff dürften jedoch auch die Preise an den deutschen Importhäfen in den nächsten Wochen weiter zurückgehen.   

Mitte März kostete granulierter Harnstoff an den deutschen Importhäfen etwa 303 Euro je Tonne und damit geringfügig weniger als Anfang des Monats, als die Preise etwa bei 305 Euro lagen. Mitte Februar wurde Harnstoff an den deutschen Spotmärkten allerdings noch für 310 Euro gehandelt und damit rund zehn Euro über dem derzeitigen Niveau.

Im Vergleich zum vorigen Jahr (260 Euro) sind die Spotmarktpreise für Harnstoff in Deutschland gut 40 Euro höher.

Leichter Rückgang bei Kalkammonsalpeter

Die Spotmarktpreise für Kalkammonsalpeter (KAS) haben an den deutschen Importhäfen ebenfalls leicht nachgegeben. Allerdings waren die Ammonium-Preise am Weltmarkt zuletzt sehr hoch und haben einen stärkeren Preisrückgang bei KAS verhindert.

Grund für die hohen Ammonium-Preise sind offenbar die anhaltenden technischen Probleme bei der Lieferung von Ammonium aus einem Werk im russischen Togliatti (Azoz) und der ukrainischen Produktionsanlage in Yuzhny. 

Mitte März lagen die Preisforderungen für die Verladung von Kalkammonsalpeter (KAS) an den deutschen Importhäfen etwa bei 218 Euro/t und damit geringfügig niedriger als zum Beginn des Monats mit 222 Euro/t. Im Januar hatten die KAS-Preise allerdings auch schon einmal bei 214 Euro gelegen und waren damit etwas niedriger als jetzt.

Im Vergleich zum vorigen Jahr (235 Euro) sind die aktuellen KAS-Preise 17 Euro/t niedriger.

AHL: 6 Euro/t günstiger als Anfang März

Die Spotmarktpreise für Ammonium-Harnstoff-Lösung (AHL) lagen an den deutschen Importhäfen Mitte März bei 154 Euro und damit (trotz der hohen Ammoniumpreise am Weltmarkt) sechs Euro niedriger als Anfang März (160 Euro/t) und noch 4 Euro höher als im Januar (150 Euro/t).

Im Vergleich zum vorigen Jahr (173 Euro/t) sind die aktuellen AHL-Preise 19 Euro je t niedriger.

Wie sich die Preise für N-Dünger an den globalen Handelsplätzen entwickeln, lesen Sie beim agrarmanager.

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