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Marktanalyse

N-Dünger: Preisspirale dreht sich abwärts

Dr. Olaf Zinke, agrarmanager
am
08.05.2017

Im Mai gehen die Preise für Stickstoff-Dünger am Weltmarkt und an den deutschen Importhäfen weiter zurück. Dabei war an den wichtigsten Handelsplätzen bereits im April ein überaus kräftiger Preisrutsch zu beobachten.

Der Preisrückgang bei Stickstoff-Düngern hat die bereits deutlich nach unten gerichteten Preis-Erwartungen von Analysten und Händlern noch übertroffen. Wie Dr. Olaf Zinke, Marktexperte beim agrarmanager mitteilt, verbilligte in Europa der zuletzt wieder deutlich festere Euro die am Weltmarkt in US-Dollar gehandelten Düngemittel zusätzlich.

Anfang Mai geben die deutschen Spotmarkpreise für Harnstoff sowie Kalkammonsalpter (KAS) jedenfalls weiter nach. Lediglich für Ammonium-Harnstofflösung (AHL) waren die Spotmarktpreise in Deutschland noch relativ stabil. Am Weltmarkt und auch am europäischen Terminmarkt (AHL 30) zeigt die Preiskurve für AHL jedoch deutlich nach unten.

Deutsche Harnstoffpreise fallen

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An den deutschen Spotmärkten sind die Harnstoffpreise im April weiter gefallen. Dabei hat der zuletzt wieder deutlich stärkere Euro den Preisrückgang offensichtlich verstärkt. Vor dem Hintergrund der weiter nachgebenden Weltmarktpreise, dürfte der Druck auf die deutschen Spotmarkpreise jedoch bestehen bleiben. 

Anfang Mai kostete granulierter Harnstoff an den deutschen Importhäfen etwa 265 Euro je t und damit rund 25 Euro weniger als Anfang April, als die Preise etwa bei 285 Euro lagen. Anfang März wurde Harnstoff an den deutschen Spotmärkten noch für 310 Euro gehandelt.

Im Vergleich zu den sehr niedrigen Preisen vom vorigen Jahr (255 Euro) sind die derzeitigen Spotmarkpreise für Harnstoff in Deutschland jedoch noch etwa 10 Euro höher.

KAS ebenfalls billiger, AHL noch behauptet

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  • Die Spotmarktpreise für Kalkammonsalpter (KAS) haben an den deutschen Importhäfen im April ebenfalls weiter nachgegeben. Anfang Mai lagen die Preisforderungen für die Verladung von Kalkammonsalpter (KAS) bei 199 Euro je t und damit 14 Euro niedriger als Anfang April mit 213 Euro je t. Anfang März hatten die KAS-Preise sogar bei 222 Euro gelegen und waren etwa 23 Euro höher als jetzt. Im Vergleich zum vorigen Jahr (220 Euro) sind die aktuellen KAS-Preise 21 Euro je t niedriger.
  • Die Spotmarkpreise für Ammonium-Harnstoff-Lösung (AHL) lagen an den deutschen Importhäfen Anfang Mai noch bei 152 Euro und waren damit etwa so hoch wie Anfang April und zudem deutlich höher als am Terminmarkt (136 Euro). Im März hatten die AHL-Preise allerdings noch zwischen 155 und 160 Euro gelegen und damit etwa 3 bis 8 Euro über den aktuellen Preisen. Im Vergleich zum vorigen Jahr (172 Euro) sind die derzeitigen AHL-Preise 20 Euro je t niedriger.

Vor dem Hintergrund der nachgebenden Weltmarkpreise für die meisten Stickstoffdünger und für Ammonium (NH3) sowie des sehr festen Euros, ist wohl auch bei AHL mit nachgegebenen Preisen zu rechnen. Umfassende Informationen zu den weltweiten Düngermarkt und einen Ausblick auf künftige Entwicklungen lesen Sie beim agrarmanager.

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