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Produktion und Förderung

N-Düngung im Sommer: Bedarf an Folgekultur ausrichten

von , am
17.08.2015

Nachdem die Ernte eingebracht ist, wird die Fläche für die Folgekultur hergerichtet. Damit bei der organischen Düngung keine Nährstoffe verschwendet werden, sollten einige Punkte beachtet werden.

Riechts du Gülle, riechts du Geld. Deshalb gilt es, die Nährstoffe möglichst schnell einzuarbeiten. © Mühlhausen/landpixel
Im Zeitraum zwischen Getreide- und Rapsernte und Aussaat der folgenden Winterung oder Zwischenfrucht wird in vielen Betrieben der Großteil der flüssigen organischen Düngemittel wie Gülle oder Gärreste ausgebracht. Gleichzeitig steht die Stickstoffdüngung im Sommer/Herbst in der Kritik, da die Gefahr besteht, dass bis Vegetationsende nicht von den Pflanzen aufgenommener Stickstoff über Winter Verlustprozessen unterliegt, insbesondere der Auswaschung. Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie zeigt in seinem aktuellen Pflanzenbaurat, worauf es zu achten gilt.
 
Gerade in dieser Periode sei es wichtig, die organische Düngung am Bedarf der Folgekultur auszurichten. Zu beachten ist, dass die N-Aufnahme vor Winter nur bei
  • Winterraps,
  • Feldgras,
  • gut entwickelten Zwischenfrüchten und
  • Wintergerste
50 kg N/ha erreicht.
 
Winterroggen, -gerste und -triticale bleiben demgegenüber meist unter diesem Wert, Winterweizen deutlich darunter.

Gesetzliche Obergranze: 80 kg Gesamt-N je Hektar

Bei der Düngebedarfsermittlung sind unter anderem
  • die Vorkultur und die Ausschöpfung ihrer N-Düngung,
  • die hinterlassenen Ernterückstände und
  • Koppelprodukte
von Bedeutung. Mit ausreichender N-Bereitstellung aus dem Boden ist insbesondere nach Raps, Kartoffeln, Leguminosen und Mais sowie nach unterdurchschnittlichen Erträgen zu rechnen. Langjährige organische Düngung, feucht-warme Witterung und intensive Bodenbearbeitung wirken hier ebenfalls mobilisierend.
 
Nach der Einarbeitung großer Getreidestrohmengen, bei schlechter Bodenstruktur und längeren Trockenphasen ist am ehesten mit N-Mangel zu rechnen. Unbedingt zu beachten ist die gesetzliche Obergrenze von maximal 80 kg Gesamt-N/ha und 40 kg NH4-N/ha, letztere ist gerade bei Gärresten schnell erreicht.

Möglichst wenig Verluste bei der Applikation

Bei der Ausbringung von Gülle und insbesondere Gärresten ist unter sommerlichen Bedingungen auf eine verlustminimierende Applikation zu achten. Verfahren mit direkter Einarbeitung (Güllegrubber, -scheibenegge, strip-till), aber auch Schlitztechnik bieten hier die besten Chancen.
 
Bei oberflächiger Applikation auf unbestelltem Ackerland müssen flüssige organische Düngemittel spätestens nach vier Stunden eingearbeitet sein. Zielstellung sollte jedoch eine deutlich schnellere Einarbeitung sein, da die gasförmigen N-Verluste insbesondere bei warmer und trockener Witterung erhebliche Ausmaße annehmen können.

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