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Studie Nachernteverluste BMELV

Nachernteverluste auf niedrigem Niveau

pd
am
29.05.2013

Berlin - Das BMELV hat in einer Studie die Nachernteverluste in der Landwirtschaft untersucht: Diese bewegen sich auf relativ niedrigen Niveau, können aber von Jahr zu Jahr schwanken.

  • Wie die Studie bestätigt, sind gute Lagerbedingungen ein entscheidender Faktor bei der Verringerung von Ernteverlusten. Daher unterstützen Bund und Länder die Landwirtschaft in Deutschland bei der Optimierung ihrer Lagermöglichkeiten. Im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) werden landwirtschaftliche Unternehmen bei betrieblichen Investitionen und auch Unternehmen im Bereich der Verarbeitung und Vermarktung unterstützt. Die jüngsten Beschlüsse zur Neuausrichtung der GAK ab 2014 ermöglichen ein Fortbestehen der Möglichkeit der Förderung zum Bau klimatisierter Lagerräume für Obst- und Gemüse, allerdings unter der Voraussetzung, dass die von den Bundesländern vorgegebenen Anforderungen an den Ressourcenschutz eingehalten werden.
  • Während der Großteil der Nahrungsmittelverluste in Industriestaaten wie Deutschland bei Endverbrauchern und Großabnehmern entsteht, fallen in Entwicklungs- und Schwellenländern die Verluste vor allem zwischen Ernte und Handel an. Nach Schätzungen gehen 40 Prozent aller Nahrungsmittel in den ärmsten Ländern der Welt bereits auf dem Weg zum Konsumenten verloren, vor allem wegen unzureichender Lagerung und Verpackung sowie fehlender Möglichkeiten zum Transport und zur Kühlung. Allein in der von Hunger und Unterernährung besonders betroffenen Region Subsahara wird der Verlust laut FAO auf über 150 Kilogramm pro Mensch und Jahr geschätzt. Das BMELV hat seine Aktivitäten verstärkt, um gemeinsam mit der FAO Investitionen in die Landwirtschaft in Entwicklungsländern voranzutreiben. Vor diesem Hintergrund finanziert das BMELV weltweit verschiedenste Projekte zur Ernährungssicherung, etwa in Afrika. Nach Einschätzung der Welternährungsorganisation FAO wird bis zum Jahr 2050 die Weltbevölkerung auf neun Milliarden Menschen wachsen. Derzeit leiden etwa 870 Millionen Menschen an Hunger und Unterernährung.
  • Neben Investitionen in moderne Technik und Technologien ist die Forschung ein Schlüssel für den Schutz der Ressourcen: Mit dem wissenschaftlichen Knowhow der Ressortforschungseinrichtungen unterstützt das BMELV die Landwirte im In- und Ausland bei der Verringerung von Lebensmittelverlusten. Arbeiten und Ergebnisse der Bundesinstitute dienen auch der Verbesserung von Pflanzen- und Vorratsschutz in Entwicklungsländern. Zwei Beispiele von vielen: Das Thünen-Institut beobachtet, wie sich der fortschreitende Klimawandel einerseits auf die Böden und andererseits auf Schadorganismen wie Unkräuter oder Insekten auswirkt. Mit der Mitarbeit an der internationalen Datenbank APHLIS (African Postharvest Losses Information System) trägt die nachgeordnete Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dazu bei, verlässliche Daten über Nachernteverluste zu generieren.
  • Auf EU-Ebene bleibt die Abschaffung aller Vermarktungsnormen und deren staatliche Kontrolle das Ziel. 26 von insgesamt 36 spezifischen Vermarktungsnormen für Obst und Gemüse sind bereits abgeschafft worden, zum Beispiel für Möhren und Speisekartoffeln. Die zehn noch bestehenden spezifischen Vermarktungsnormen - für Tomaten, Salate, Paprika, Äpfel, Birnen, Pfirsiche und Nektarinen, Erdbeeren, Tafeltrauben, Zitrusfrüchte und Kiwi - sollten ebenfalls abgeschafft werden. Normen dürfen kein Vorwand sein, Agrarprodukte zu vernichten.
  • Während staatliche Normen in den vergangenen Jahren abgeschafft wurden, haben Großabnehmer wie der Einzelhandel unterschiedlichste eigene privatrechtliche Normen bzw. Handelsklassen etabliert. Das BMELV setzt sich dafür ein, dass der Handel in Deutschland auch Agrarprodukte mit kleinen Schönheitsfehlern (so genannte "misfits"), die private Handelsnormen nicht erfüllen, in seine Sortimente aufnimmt. Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher sind bereit, nicht nur makellose Agrarprodukte zu kaufen, weil sie wissen: Die Natur ist nicht genormt. Ob krumm oder gerade, rund oder verzweigt - die Form verändert nicht den Geschmack.
  • Das BMELV will die regionale und direkte Vermarktung stärken und tritt dafür ein, dass Verbraucher beim Einkauf regionale Produkte besser erkennen können. Die regionale Herkunft ist für Konsumenten mittlerweile ein wichtiges Merkmal. Derzeit findet jedoch keine einheitliche Handhabung der Kennzeichnung "aus der Region" statt. Deshalb lässt das BMELV mit dem neuen "Regionalfenster" gerade eine freiwillige, zuverlässige und transparente Kennzeichnung für regionale Produkte in Deutschland erproben. Die Regionalvermarkter zu stärken bedeutet: kürzere Transportwege, weniger Transportschäden und weniger Verlust.
pd

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