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Produktion und Förderung

Nachgefragt: Wie läuft die Ernte?

von , am
05.08.2011

Zuerst nass, dann zu trocken, dann wieder nass - wieder einmal war das Wetter nicht unbedingt landwirtschaftsfreundlich, die Erträge haben gelitten. Wir fragen drei Landwirte, wie die Ernte läuft.

Wintergerste zufriedenstellend, Hybridgersten versagten, Raps bei 4 Tonnen
Heiner Groß, Geschäftsführer der PVA Bantikow GmbH, 16868 Bantikow Brandenburg
 
"Die Ernte der Wintergerste konnte in der vergangenen Woche abgeschlossen werden. Neben Hektolitergewichten von über 62 wurden bei der Sorte Souleyka und Yokohama gute bzw. zufriedenstellende Erträge gedroschen. Die Erträge variierten in Abhängigkeit zu den Bodenwertzahlen. Die Hybridgersten versagten trotz perfektem Saatbett und Aussaattermin um den 25. September 2010. Im Schnitt wurden nur 4,9 t/ha gedroschen, das sind 1,5 weniger als angestrebt. Der Drusch des Winterrapses begann in der letzten Woche. Einzig allein die Sorte Visby konnte bis dato mit einem Ertrag von knapp unter vier t/ha gedroschen werden, alle anderen Sorten sind zur Zeit nicht reif. Ölgehalte von über 42 Prozent (%) lassen den Auszahlungspreis steigen. Die angebauten Winterroggen-Hybriden sind noch nicht reif, einzig und allein die Winterweizensorte Pius A, der auf einem guten Standort mit mehr als 40 Bodenpunkten einen Ertrag von unter 8 t/ha mit 14 % Eiweiß und einer Fallzahl von über 300 drosch. Die etwas mimosenhafte Sorte ist meiner Meinung nach in diesem Jahr nicht für den Anbau auf leichteren Standorten zu empfehlen." weiter ...

Extreme Wetterbedingungen, verzögerte und erschwerte Ernte

Susanne Ott, Betriebsleiterin Landgut Reppinichen GmbH, 14827 Reppinichen Brandenburg
 
"Die Erntebedingungen 2011 waren bis jetzt sehr schwierig. Die Wettersituation ist seit dem vergangenen Herbst extrem. Wir hatten einen sehr nassen Herbst und Winter, so dass wir die Kulturen nicht optimal in den Boden bringen konnten. Darauf folgte eine extreme Frühjahrstrockenheit. Niederschläge zwischen Ende März bis Anfang Juni blieben aus. Der Juni und der Juli hingegen waren sehr wechselhaft und unsere Region hatte teilweise extreme Niederschläge. Das hatte dann wiederum die Ernte verzögert und erschwert. Die Ernteerträge sind unter unseren Erwartungen geblieben. Bei der Wintergerste konnten wir einen durchschnittlichen Ertrag von circa 35 dt/ha erzielen. Der Winterraps brachte einen Ertrag von 27 dt/ha, der Winterroggen von 29 dt/ha. Der Winterweizen ist noch nicht geerntet. Eine Aussage über Sortenunterschiede ist in diesem Jahr nicht möglich. Wesentlich besser konnte man in diesem Jahr Qualitätsunterschiede beim Boden ausmachen." weiter ...

Ernte entspricht den geringeren Erwartungen, zehn bis 20 Prozent unter Durchschnitt

Helmut Gockel, Geschäftsführer der Harzland GbR Gut Radau, 38667 Bad Harzburg Niedersachsen
 
"Die Ernte entspricht den Erwartungen, die durch das trockene Frühjahr auf den schlechten Böden nicht zu hoch waren. Bei der Wintergerste und beim Raps liegen wir circa zehn bis -15 Prozent unter dem Durchschnitt. Beim Weizen deutet sich ein Ertragsdefizit von 20 Prozent gegenüber dem Durchschnitt an." weiter ...
 
Angelika Sontheimer
Freie Agrarjournalistin 

Nachgefragt: Wie läuft die Ernte?


Wie läuft die Ernte fragten wir Heiner Groß aus Brandenburg am 1. August.


Die PVA Bantikow GmbH liegt im Landkreis Ostprignitz-Ruppiner Land. Es ist ein Marktfruchtbetrieb mit 2.200 Hektar. Die Bodenpunkte liegen zwischen 20 und 40. Wir bauen 326 Hektar Winterroggen, 170 ha Wintergerste, 224 Hektar Winterweizen, 295 Hektar Winterraps, 750 Hektar Biogas-Mais, 160 Hektar Sommerbegrünung, 75 Hektar Stilllegung, 200 Hektar Grünland. Die Mais- und Grünlandflächen-Produktion dient dem Substratanbau für drei Biogasanlagen á 500 KW.

Wintergerste zufriedenstellend, Hybridgersten versagten, Raps bei 4 Tonnen

Die Ernte der Wintergerste konnte in der vergangenen Woche abgeschlossen werden. Neben Hektolitergewichten von über 62 wurden bei der Sorte Souleyka und Yokohama gute bzw. zufriedenstellende Erträge gedroschen. Die Erträge variierten in Abhängigkeit zu den Bodenwertzahlen. Die Hybridgersten versagten trotz perfektem Saatbett und Aussaattermin um den 25. September 2010. m Schnitt wurden nur 4,9 t/ha gedroschen, das sind 1,5 weniger als angestrebt. Der Drusch des Winterrapses begann in der letzten Woche. Einzig allein die Sorte Visby konnte bis dato mit einem Ertrag von knapp unter 4 t/ha gedroschen werden, alle anderen Sorten sind zur Zeit nicht reif. Ölgehalte von über 42 Prozent lassen den Auszahlungspreis steigen. Die angebauten Winterroggen-Hybriden sind noch nicht reif, einzig und allein die Winterweizensorte Pius A, der auf einem guten Standort mit mehr als 40 Bodenpunkten einen Ertrag von unter 8 t/ha mit 14 Prozent Eiweiß und einer Fallzahl von über 300 drosch. Die etwas mimosenhafte Sorte ist meiner Meinung nach in diesem Jahr nicht für den Anbau auf leichteren Standorten zu empfehlen.

Zwischenfrüchte für die Humusbilanz und bessere öffentliche Akzeptanz

Das Anbauregister im nächsten Jahr wird zu dem diesjährigen nicht sehr variieren. Die zurzeit "prahlenden" Silomaise scheinen diesjährig hohe Erträge zu bringen. Der Anbau von Zwischenfrüchten aus Gründen der Humusbilanz oder öffentlichen Akzeptanz hat bei uns Einzug erhalten.
 
Heiner Groß
Geschäftsführer der PVA Bantikow GmbH
16868 Bantikow Brandenburg 

Nachgefragt: Wie läuft die Ernte?


Wie läuft die Ernte fragten wir Susanne Ott aus Brandenburg am 4. August.


Unser Betrieb liegt im Landkreis Potsdam-Mittelmark im Westen Brandenburgs. Die Druschfläche beträgt 2013 Hektar Winterroggen, 103 Hektar Wintergerste, 39 Hektar Winterweizen und 316 Hektar Winterraps. Die Ackerwertzahl beträgt im Durchschnitt 28.

Extreme Wetterbedingungen, verzögerte und erschwerte Ernte

Die Erntebedingungen 2011 waren bis jetzt sehr schwierig. Die Wettersituation ist seit dem vergangenen Herbst extrem. Wir hatten einen sehr nassen Herbst und Winter, so dass wir die Kulturen nicht optimal in den Boden bringen konnten. Darauf folgte eine extreme Frühjahrstrockenheit. Niederschläge zwischen Ende März bis Anfang Juni blieben aus. Der Juni und der Juli hingegen waren sehr wechselhaft und unsere Region hatte teilweise extreme Niederschläge. Das hatte dann wiederum die Ernte verzögert und erschwert. Die Ernteerträge sind unter unseren Erwartungen geblieben. Bei der Wintergerste konnten wir einen durchschnittlichen Ertrag von circa 35 dt/ha erzielen. Der Winterraps brachte einen Ertrag von 27 dt/ha, der Winterroggen von 29 dt/ha. Der Winterweizen ist noch nicht geerntet. Eine Aussage über Sortenunterschiede ist in diesem Jahr nicht möglich. Wesentlich besser konnte man in diesem Jahr Qualitätsunterschiede beim Boden ausmachen.

Zukünftig mehr Raps in die Fruchtfolge

Das Anbauverhältnis werden wir im kommenden Anbaujahr zu Gunsten von Winterraps verändern. Der Raps ist bei uns die Kultur, die am besten mit der Trockenheit zurechtgekommen ist und pro Hektar den größten Gewinn erwarten lässt.
 
Susanne Ott
Betriebsleiterin Landgut Reppinichen GmbH
14827 Reppinichen Brandenburg

Nachgefragt: Wie läuft die Ernte?


Wie läuft die Ernte fragten wir Helmut Gockel aus Niedersachsen am 3. August.


Unser Betrieb am Harzrand umfasst 700 Hektar. Wir bauen Winterweizen, Wintergerste, Raps, Zuckerrüben und Silomais an und vermehren Saatgut für die Saatzucht Strube in Söllingen.

Ernte entspricht den geringeren Erwartungen, zehn bis 20 Prozent unter Durchschnitt

Die Ernte entspricht den Erwartungen, die durch das trockene Frühjahr auf den schlechten Böden nicht zu hoch waren. Bei der Wintergerste und beim Raps liegen wir circa zehn bis -15 Prozent unter dem Durchschnitt. Beim Weizen deutet sich ein Ertragsdefizit von 20 Prozent gegenüber dem Durchschnitt an.

Rapsanteil ausdehnen, Anteil von Stoppelweizen möglichst gering halten

Ich bin dabei, noch mehr Raps in die Rübenfruchtfolge einzubauen. Auf einigen Flächen ist der Wechsel von Zuckerrüben, Weizen und Raps und Weizen möglich. Der Anteil an Stoppelweizen soll so gering als möglich gehalten werden. 
 
Helmut Gockel
Geschäftsführer der Harzland GbR Gut Radau
38667 Bad Harzburg Niedersachsen 
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