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Produktion und Förderung

Nachhaltigkeit: Wachstum oder Rückbesinnung?

von , am
17.01.2013

Berlin - Am letzten Tag der DLG-Wintertagung dreht sich nochmal alles um die Wahrnehmnung der Landwirtschaft in der Gesellschaft und um den Begriff Nachhaltigkeit.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner auf der DLG Wintertagung. © Fritz
Ein mutiges Thema hat sich die DLG für die diesjähige Wintertagung gesucht. Landwirtschaft im Konflikt mit der Gesellschaft - Ein Votum für eine nachhaltige Produktion. Auch am letzten Tag wurde dieses Thema in der Vortragstagung beleuchtet. Neben dem Präsidenten der DLG, Carl Albrecht Bartmer, sprach auch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner im bis auf den letzten Platz besetzten Saal drei im ICC Berlin.

Landwirtschaft steht nicht im Widerspruch mit der Gesellschaft

Carl Albrecht Bartmer, Prädient der DLG, setzt auf nachhaltige Landwirtschaft.
In seiner Begrüßungsrede erklärt der DLG-Präsident: "Moderne Landwirtschaft wird zunehmend kritisch hinterfragt, mitunter gar abgelehnt. Das gilt insbesondere für den Bereich der Tierhaltung. Wir haben versäumt, durch Transparenz, durch Erklären und durch aktive Kommunikation das Verständnis und auch das Interesse der Gesellschaft für moderne Landwirtschaft zu wecken."  Und die Landwirtschaft stehe nicht im geringsten im Widerspruch mit der Gesellschaft. Denn "den vollkommen legitimen Anspruch der Gesellschaft auf einen nachhaltigen Umgang mit den begrenzten natürlichen Ressourcen, unterstützt die DLG und die Landwirtschaft".

Nachhaltigkeit heißt Wachstum

Andreas Sentker, Journalist bei der Zeit, beschreibt die öffentliche Wahrnehmung von nachhaltiger Landwirtschaft. © Fritz
Wie sehr es die Landwirtschaft in den vergangenen Jahren versäumt hat ihre Botschaften in die Öffentlichkeit zu tragen, präsentierte Andreas Sentker, Ressortleiter Wissen bei der Zeit. Sein Vortrag "Landlust oder Landfrust" öffnetet vielen die Augen. Schon allein der Begriff Nachhaltigkeit sei in der Bevölkerung falsch besetzt.
 
Für viele Konsumenten bedeute Nachhaltigkeit eine Rückbesinnung in die Vergangenheit - und eben nicht Innovation und Wachstum, so der Journalist. Was andere Branchen geschafft haben, nämlich ihre Innovation wie zum Beispiel strom- und wassersparende Geschirrspüler oder auch Elektroautos positiv als nachhaltig in die Gesellschaft zu transportieren ist der Landwirtschaft nicht gelungen. Nirgendwo werde damit geworben, dass viel weniger Pflanzenschutz , weniger Diesel, weniger Dünger durch neue moderne Technik gebraucht würden. Fazit für alle anwesenden im Saal: Es gibt viel zu tun! Realistische Bilder und Botschaften müssen in die Gesellschaft Transportiert werden.

Ministerin Aigner setzt auf Innovationen

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner setzt auf Innovation für eine zukunftfähige Landwirtschaft © Fritz
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner setzt ganz klar auf die Förderung von Innovationen. "Wir wollen unsere Agrarbranche über praxisgerechte Innovationen zukunftsfest machen und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Wenn wir beispielsweise in die Züchtung leistungsfähigerer Weizensorten investieren, steigern wir das Ertragspotenzial der Landwirte und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur optimalen Nutzung der begrenzten landwirtschaftlichen Ressourcen und zur Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung mit Nahrung", sagte Aigner. Seit ihrem Amtsantritt steigerte Aigner die Mittel für die Innovations- und Forschungsförderung im Agrarbereich kontinuierlich steigern. Derzeit gibt das BMELV für die Agrarforschung jährlich rund 645 Millionen Euro aus.

Votum für eine nachhaltige Produktion

 
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