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Produktion und Förderung

Neonikotinoide: Unternehmen legen eigenen Aktionsplan vor

© agrar-press
von , am
28.03.2013

Die Diskussion um ein Verbot von Neonikotinoiden stockt. Die EU-Kommission ist dafür, viele EU-Staaten dagegen. Bayer CropScience und Syngenta haben jetzt einen eigenen Aktionsplan vorgelegt.

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Die Europäische Kommission möchte bestimmte Neonikotinoid-haltige Pflanzenschutzmittel (Pflanzenschutzmittel Clothianidin, Imidachloprid und Thiamethoxam) gerne für zwei Jahre verbieten. Viele EU-Mitgliedsstaaten sprechen sich jedoch dagegen aus.

Hintergrund ist, dass Berichten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zufolge diese Pflanzenschutzmittel für das Bienensterben mitverantwortlich sind. Im Augenblick besteht also ein Patt. EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg will nach Ostern einen Berufungsausschuss einsetzen, um die Abstimmung zu wiederholen. Sollte auch da keine Einigung gefunden werden, könnte Tonio Borg das Verbot auch im Alleingang durchsetzen.
Als Reaktion auf diese Situation haben die Unternehmen Bayer CropScience und Syngenat jetzt einen eigenen Aktionsplan für eine Schutz der Bienen vorgelegt.

Der Aktionsplan

Die Anlage von Ackerrandstreifen mit pollenreichen Blütenpflanzen soll in der gesamten EU signifikant ausgeweitet werden. Die Ackerrandstreifen sollen neben bienenattraktiven, mit Neonikotinoiden behandelten Kulturen gesät werden, um Lebensraum und Nahrung für Bienen zu schaffen. Das Zehn-Jahres-Programm "Operation Pollinator" von Syngenta habe belegt, dass sich die Bestäuberpopulationen, also auch Honigbienenvölker, durch solche Randstreifen stark vermehrt haben.
 
Auflegung eines umfangreichen Feld-Monitoring-Programms für die Bienengesundheit, inklusive des Nachweises von Rückständen chemischer Pflanzenschutzmittel.
 
Auflegung eines umfassenden Programms, das den Leitlinien für Überwachungsprojekte des EU-Referenzlabors zur Gesundheit von Honigbienen entspricht.
 
Verstärkung und Ausweitung der derzeitigen Überwachungstätigkeit der EU-Referenzlabors zur Bienengesundheit, die von nationalen Bieneninstituten unterstützt wird.
 
Aufnahme der Rückstandsuntersuchung von Substanzen aus dem Pflanzenschutz, insbesondere von Neonikotinoiden, sowie von Tierarzneimitteln. Obligatorische Umsetzung strenger Maßnahmen zur Senkung des Expositionsrisikos für Bienen.
 
Hochwertige Saatgutbehandlung nur an dafür zertifizierten Produktionsstandorten, die an einem Qualitätssicherungsprogramm teilnehmen.
 
Strenge Regeln zur Verwendung des behandelten Saatguts wie beispielsweise die obligatorische Verwendung von Abluftdeflektoren bei Sägeräten, Ausbringung nur durch professionelle und zertifizierte Anwender sowie verbesserter Informationsaustausch zwischen Landwirten und Imkern.
 
Beide Unternehmen arbeiten zurzeit an neuen Lösungen zur weiteren Verbesserung der Beschichtung von Saatgut, das mit Pflanzenschutzmitteln behandelt ist, sowie für die Aussaattechnik, damit die Staubentwicklung so gering wie möglich gehalten werden kann. Bayer CropScience und Syngenta würden sich verpflichten, weiter in die Erforschung und Entwicklung dieser Maßnahmen zur Risikominderung zu investieren und flächendeckende Langzeit-Pilotstudien zu unterstützen.

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