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Emissionsmindernde Maßnahmen

Neue Förderung für Güllevergärung in Biogasanlagen jetzt beantragen

Landwirtschaftlicher Betrieb mit mehreren Biogasanlagen und Wirtschaftsdüngerlagern von oben
am Mittwoch, 02.02.2022 - 12:55 (Jetzt kommentieren)

Zur Förderung von emissionsmindernden Maßnahmen bei der Güllevergärung hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine neue Förderrichtlinie erlassen. Investitionen in neue und bestehende Biogasanlagen werden mit bis zu 200.000 Euro gefördert.

Die neue Richtlinie soll dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft durch die Nutzung von Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen zu senken. Gleichzeitig soll die Produktion erneuerbarer Energien erhöht werden. Wie das BMEL mitteilt, sollen Investitionen in Biogasanlagen anteilig bezuschusst werden: Bis zu 200.000 Euro sollen pro Unternehmen und Investitionsvorhaben gefördert werden. Je nach Maßnahme gelten für die Antragstellung unterschiedliche Fristen.

Laut BMEL sei die Biogastechnologie momentan die einzige etablierte Möglichkeit, um insbesondere die Methanemissionen bei der Wirtschaftsdüngerlagerung zu senken. Den Anteil des Wirtschaftsdüngers in Biogasanlagen will das Ministerium steigern. Derzeit würden etwa 30 Prozent des anfallenden Wirtschaftsdüngers in Biogasanlagen gelangen. Dabei würden etwa 1,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente vermieden.

Welche Investitionen in Biogasanlagen werden gefördert?

Folgende Investitionen sollen laut Bekanntmachung der Förderrichtlinie im Bundesanzeiger gefördert werden:

  • Gasdichte Abdeckung von Lagern für Gärrückstände in unmittelbarer räumlicher Nähe zu Biogas-Bestandsanlagen, sofern keine rechtlichen Vorgaben zur gasdichten Abdeckung bestehen: Dazu zählen auch sicherheitstechnische Einrichtungen, die Einbindung in das gasführende System der Biogasanlage sowie zum Beispiel die Entleerung, Reinigung oder der Abriss des alten Behälters.
  • Die Umrüstung von bereits errichteten und betriebenen Biogasanlagen unter der Voraussetzung einer Erhöhung des Wirtschaftsdüngeranteils an der jährlichen Substratmenge: Bei Anlagen, in denen bisher kein Wirtschaftsdünger oder bis zu 15 Masseprozent Wirtschaftsdünger eingesetzt wird, muss der Anteil auf mindestens 30 Masseprozent erhöht werden. Werden in der Biogasanlage zurzeit mehr als 15 Masseprozent Wirtschaftsdünger eingesetzt, muss der Anteil um 15 Prozentpunkte erhöht werden. Konkret können im Rahmen der Umrüstung Maschinen, Geräte und Anlagen zur Aufbereitung von Wirtschaftsdüngern zur energetischen Nutzung in Biogasanlagen gefördert werden. Fällt mehr Wirtschaftsdünger und Gärrest an, wird der Bau von zusätzlichen Lagerbehältern in unmittelbarer Nähe zur Biogasanlage unterstützt. Darüber hinaus werden Maschinen, Geräte, Anlagen und Einrichtungen zur Sammlung und Annahme von Wirtschaftsdüngern von anderen Betrieben am Standort der Biogasanlage gefördert.
  • Wirtschaftsdüngerspezifische Anlagenteile für Biogas-Neuanlagen, unter der Voraussetzung eines Wirtschaftsdüngeranteils von mindestens 80 Masseprozent der jährlichen Substratmenge. Die Förderung darf nicht durch das EEG ausgeschlossen sein.
  • Investitionsbegleitende Maßnahmen: Dazu gehören zum Beispiel Bauberatungen und die Betreuung von baulichen Investitionen, Vergabeleistungen, Durchführbarkeitsstudien oder Architektur- und Ingenieurleistungen.

Nicht förderfähig sind beispielsweise der Erwerb von Grundstücken, Anlagen zur Gülle- und Gärrestseparierung oder Stallbauinvestitionen.

Die Investition muss durch einen Sachkundigen begleitet werden.

Welche Fördersätze gelten für die Investition in die Güllevergärung?

Zuwendungsempfänger können landwirtschaftliche, gewerbliche und kommunale selbstständige Unternehmen sein. Die Zuschusshöhe richtet sich nach der Art der Investition und beträgt maximal 200.000 Euro. Für alle Unternehmen gilt für die Investition in gasdichte Abdeckungen von Lagern für Gärrückstände ein Fördersatz von bis zu 40 Prozent der Investitionssumme.

Für alle weiteren Investitionen ist die Betriebsgröße entscheidend: Bei Klein- und Kleinstunternehmen beträgt der Fördersatz bis zu 40 Prozent der Investition, bei mittleren Unternehmen 25 Prozent und bei Großunternehmen 10 Prozent.

Um 10 Prozentpunkte kann der Fördersatz erhöht werden, wenn der Wirtschaftsdüngeranteil nach der Investition mindestens 50 Masseprozent an der jährlichen Substratmenge beträgt, sofern der Anteil zuvor maximal 25 Masseprozent betragen hat. Darüber hinaus ist eine Fördersatzerhöhung um 10 Prozentpunkte möglich, wenn der Anteil vor der Investition bei mindestens 25 Masseprozent lag und der Anteil um mindestens 25 Prozentpunkte gesteigert wird.

Die Förderung der investitionsbegleitenden Maßnahmen kann bis zu 10 Prozent der Gesamtsumme betragen. Für die sachkundige Begleitung können bis zu 80 Prozent der Kosten und bis zu 8.000 Euro übernommen werden.

Es besteht eine Bagatellgrenze von 5.000 Euro.

Bis wann kann ich die Förderung für die Güllevergärung beantragen?

Anträge können ab sofort gestellt werden. Bauliche Maßnahmen müssen bis zum 31. Dezember 2023 beantragt werden. Für alle anderen Maßnahmen gilt eine Frist bis zum 30. Juni 2024.

Die Antragstellung erfolgt über das System easy-Online. Unter den Förderprogrammen des BMEL muss hier Fördermaßnahme „FNR – Investitionen in emissionsmindernde Maßnahmen zur Vergärung von Wirtschaftsdüngern“ ausgewählt werden.

Nähere Informationen zur Förderrichtlinie und zum Antragsverfahren finden Sie auf der Internetseite der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).

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