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Steuer und Finanzen

Die neuen Regeln bei der Einzelbetrieblichen Investitionsförderung

von , am
03.06.2011

München - Bayerns Landwirte können jetzt wieder Anträge auf Investitionsförderung bei den Landwirtschaftsämtern stellen.

Inzwischen werden nicht mehr nur Schweinemastställe sondern auch Geflügel- und Rinderställe verpachtet. © landpixel
Da heuer weniger Fördermittel zur Verfügung stehen, könnte es bei der Bewilligung eng werden. Die Bewertung und Auswahl der förderfähigen Projekte erfolgt deshalb nach einem Punkteverfahren.

Bauzuschüsse sind nicht auf die klassische Landwirtschaft begrenzt

Der Staat unterstützt die Bauern bei der Weiterentwicklung ihrer Betriebe mit direkten Bauzuschüssen im Rahmen der Einzelbetrieblichen Investitionsförderung. Die Förderung ist nicht auf die klassische Landwirtschaft begrenzt. Wer in der landwirtschaftlichen Erzeugung nicht mehr wachsen will, kann auch Zuschüsse für die Schaffung neuer Einkommensquellen erhalten.
 
Es gibt drei Förderschwerpunkte:
  1. Baumaßnahmen im klassischen Bereich der Landwirtschaft werden über das Agrarinvestitions-Förderprogramm (AFP) gefördert: also die Bereiche Erzeugung, Verarbeitung. Auch die Direktvermarktung eigenerzeugter Produkte gehört dazu. Für bauliche Investitionen in diesem Bereich wird ein Zuschuss von 20 Prozent gewährt.
  2. Baumaßnahmen zur Schaffung zusätzlicher Einkommensquellen aus selbstständiger Tätigkeit werden über die sogenannte "Diversifizierungsförderung" (DIV) abgewickelt. Der Zuschuss beträgt hier ebenfalls 20 Prozent. Beispiel: Landwirt Huber möchte eine große Hackschnitzelheizung auf seiner Hofstelle errichten und auch die umliegenden Wohnhäuser mit Wärme versorgen. Baumaßnahmen und Heizungstechnik werden mit 20 Prozent bezuschusst.
  3. Kleine Baumaßnahmen im Berggebiet werden gesondert mit einem Zuschuss in Höhe von 25 Prozent gefördert. Das eigens dafür geschaffene Bergbauernprogramm (BBP) unterstützt zum Beispiel Neu- und Umbau (einschließlich technischer Einrichtungen) von bestehenden erschlossenen Stallgebäuden für Rinder, Schweine, Pferde, Schafe und Ziegen. Die Förderung im Bergbauernprogramm ist begrenzt auf ein zuwendungsfähiges Investitionsvolumen von 20 000 € und einen Zuschussbetrag von 5000 € je Zuwendungsempfänger.
 

Mittels Punkteverfahren werden die Anträge ausgewählt

Für die Investitionsförderung stehen heuer rund 70 Mio. € zur Verfügung. Allerdings sind zwei Drittel dieser Summe bereits durch Anträge aus dem Vorjahr gebunden. Sollten im verbleibenden Jahr mehr Förderanträge gestellt werden als Mittel zur Verfügung stehen, muss unter den Antragstellern eine Auswahl getroffen werden. Die Bewertung und Auswahl erfolgt nach einem Punkteverfahren.
Die Anträge werden dabei einem Investitionsschwerpunkt zugeordnet:
  • Rinder-, Schaf-, Ziegenhaltung
  • Schweinehaltung
  • Geflügelhaltung
  • Acker-, Weinbau und Sonstige
Innerhalb der Schwerpunkte werden die Anträge nach Punkten sortiert und dann die Anträge mit höheren Punktzahlen vorrangig bewilligt. Pro Jahr soll es zwei bis drei Auswahlrunden geben.
 
Aus Sicht des Landwirtschaftsministeriums ist beispielsweise der Bau besonders artgerechter Ställe wünschenswert, der deshalb mit zwei Punkten belohnt wird. Je einen Punkt gibt es für die Umstellung von Anbinde- auf Laufstallhaltung bei Milchkühen oder die Umstellung auf Gruppenhaltung bei Zuchtsauen. Investitionen in die Verringerung der Luftschadstoffe und die Wärmenutzung aus Biomasse werden ebenfalls mit einem Punkt belohnt.
 
Mehr zu diesem Thema lesen Sie im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt, Ausgabe 22/2011.
 
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