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Finanzplanung

Neuer Traktor - Kauf, Leasing oder Mietkauf?

Landwirte im Gespräch vor einem Schlepper von Fendt
am Dienstag, 05.01.2021 - 06:00 (Jetzt kommentieren)

In vielen Betrieben gehören Schlepper zu den teuersten Maschinen. Bei der Neuanschaffung einer landwirtschaftlichen Maschine sollten Landwirte intensiv über Kosten und Finanzierung nachdenken.

Landwirte haben an ihre Traktoren hohe Ansprüche. Die Zugmaschine ist ausschlaggebend, dass sie Arbeiten zeitgerecht, mit hoher Schlagkraft, guter Arbeitsqualität und zuverlässig durchführen können.

Ob sich für den Landwirt die eigene Mechanisierung, Miet- oder Leasingmaschine rechnet, hängt auch von der Art des Einsatzes ab.

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Kostenzusammensetzung für die eigene Maschine

Grafik zu den Gesamtkosten eines Schleppers und Anschaffungskosten beim Schleppervergleich

Bei einer eigenen Maschine setzen sich die Schlepperkosten aus den variablen und festen Kosten der Maschine sowie den Arbeitskosten für den Fahrer zusammen. Die variablen Kosten sind im Wesentlichen Treibstoff, Unterhaltung der Maschine und Reparaturen.

Die Auslastung ist der größte Hebel bei den Kosten einer eigenen Maschine. Mit steigenden Einsatzstunden ist eine erhebliche Kostendegression verbunden. So erscheint eine neue Maschine mit unter 500 Betriebsstunden im Jahr kaum wirtschaftlich; ab 1.100 Betriebsstunden sind jedoch kaum noch weitere Kostensenkungen möglich.

Einfluss der Anschaffungskosten nicht unterschätzen

Die Anschaffungskosten beeinflussen die absoluten Kosten erheblich. Bei einem mittleren Einsatz von 700 Betriebsstunden im Jahr liegen die reinen Schlepperkosten zwischen 13 und 41 Euro/h, abhängig von den Anschaffungskosten und damit von der Leistungsfähigkeit des Schleppers.

Traktor-Leasing: nicht unbedingt günstiger

Neben dem eigenen Schlepper kommt oft eine geleaste Maschine infrage. Beim Leasing wird der Traktor für einen vorab definierten Zeitraum und gegen eine gleichbleibende, festgelegte Rate zur Nutzung überlassen. Die Finanzierung erfolgt außerhalb der Bilanz und verbessert damit die Eigenkapitalquote des Betriebs.

Ein Nachteil einer geleasten Maschine besteht oftmals in einem geringeren Verhandlungsspielraum bezüglich der Höhe der Kosten.

Langfristig planen beim Mietkauf

Beim Mietkauf wird der Schlepper in festgelegten, planbaren Schritten, die auf den individuellen Betrieb abgestimmt werden können, letztlich zum Eigentum. Am Ende des Mietzeitraums und mit Zahlung der letzten Rate geht die Maschine in das Eigentum des Landwirts über. Diese in der Landwirtschaft weniger gebräuchliche Form hat ähnliche Vor- und Nachteile wie das Leasing. Es fehlt jedoch – anders als beim Leasing – an Flexibilität, wenn der Schlepper am Ende der Mietlaufzeit vom Betrieb übernommen werden muss.

Dadurch, dass die Kosten nicht günstiger sind als bei den vorher aufgeführten Verfahren, empfiehlt sich ein Mietkauf nur bei speziellen Konstellationen.

Mietkauf oder Leasing: Was passt zu mir?

Jede vorgestellte Finanzierung hat ihre Vor- und Nachteile und es sollte je nach Betrieb entschieden werden. Insbesondere Betriebe mit höherer Auslastung und guter Eigenkapitalausstattung neigen zu einer eigenen Maschine und erhöhen damit den Verhandlungsspielraum. Betriebe mit geringerer Liquidität entscheiden sich auch für Leasing oder gar einen Mietkauf. Als Messlatte für die tolerierbaren Kosten gelten die vergleichbaren Kosten einer selbst angeschafften eigenen Maschine.

Neben den direkten Schlepperkosten sind insbesondere in Betrieben mit umsatzstarken und „sensiblen“ Kulturen die Kosten eines möglicherweise nicht frist- und sachgerechten Einsatzes und damit der entgangene Nutzen einzubeziehen.

Ein qualitativ hochwertiger Schlepper und ein guter Werkstattservice sind ebenfalls wesentliche Entscheidungskriterien, sodass nicht nur der letzte Euro bei den erwarteten Kosten entscheiden sollte. Durch die richtige Wahl des Schleppers können bei den direkten und indirekten Kosten beachtliche Summen gespart werden.

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