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EU-Hilfspaket Milchmarkt

Nichtlieferbonus: EU-Landwirte beantragen 148,4 Mio. Euro in 1. Runde

Josef Koch, dlz agrarmagazin
am
27.09.2016

Die Mittel für den EU-Nichtlieferbonus sind nicht ganz ausgeschöpft. Damit können Landwirte für alle beantragten Mengen 14 Cent/kg erhalten. Eine zweite Antragsrunde ist zudem möglich.

Die EU-Milchbauern haben die Mittel für das EU-Mengenreduzierungsprogramm in Höhe von 150 Millionen (Mio.) Euro nicht ganz ausgeschöpft. Wie Brüssel mitteilt, haben EU-weit 52.101 Landwirte eine Beihilfe von 148,4 Mio. Euro beantragt. Damit verbleiben noch 1,6 Mio. Euro oder rund 11,4 Mio. kg für die zweite Antragsrunde. Wer an der zweiten Antragsrunde teilnehmen will, muss bis spätestens 12. Oktober seinen Antrag bei der zuständigen Landesstelle oder über die HIT-Datenbank einreichen. 

In Deutschland haben 9.947 Landwirte einen Antrag gestellt. Sie wollen ab Oktober bis Dezember 2016 rund 266 Mio. kg Milch weniger melken. Aus dem EU-Topf bekommen sie dafür rund 40 Mio. Euro.

In Frankreich haben mit fast 13.000 Landwirte deutlich mehr als in Deutschland den EU-Nichtlieferbonus beantragt. Allerdings sind die Mengen pro Antragsteller geringer, so dass sie insgesamt nur 181,4 Mio. kg weniger Milch in den kommenden drei Monaten melken wollen. 

Nichtlieferbonus: Das wurde in den anderen EU-Staaten beantragt

  • Britische Milchviehhalter planen den Angaben aus Brüssel zufolge ihre Milchproduktion um 112 Mio. kg zu senken. Dort haben 1.849 Landwirte einen Antrag gestellt.
  • Deutlich höher war die Beteiligung in Irland. Dort wollen 4.447 Farmer in den kommenden drei Monaten bis Dezember 2016 etwa 74,2 Mio. kg weniger an die Molkereien liefern.
  • In den Niederlanden haben 3.932 Landwirte den Nichtlieferbonus beantragt und wollen die Milchmenge um 80,3 Mio. kg verringern, obwohl der dortige Marktführer FrieslandCampina einen Zuschlag von 10 Cent/kg auf den EU-Nichtlieferbonus zahlt.
  • Mit 4.066 Antragstellern lag die Zahl in Österreich leicht über denen aus den Niederlanden. Die Milchproduktion soll dort aber nur um 26,6 Mio. kg sinken.
  • Dagegen haben 3.779 polnische Landwirte vor, ihre Milcherzeugung um 53,3 Mio. kg zurückzufahren.

Liquiditätshilfen: Deutsches Hilfsprogramm verzögert sich

Bei der Vergabe des zweiten Hilfsprogramm in Höhe von EU-weit 350 Mio. Euro ist immer noch nicht klar, wann es in Deutschland starten soll. Möglicherweise können Landwirte erst im Dezember einen Antrag dafür stellen. Dabei müssen sie sich laut dlz agrarmagazin verpflichten, voraussichtlich im ersten Quartal 2017 die Milchmengen gegenüber dem Vorjahresquartal 2016 nicht zu steigern. Landwirte sollen dann für einen zurückliegende Jahresmenge mindestens 0,36 Cent/kg als Beihilfe erhalten.

Insgesamt stehen in diesem Programm 116 Mio. Euro zur Verfügung, die Hälfte davon stammen aus dem EU-Hilfspaket, 58 Mio. Euro kommen vom Bund. Bis zur Hälfte der Beihilfe sollen die Landwirte als Vorschuss nach der Bewilligung der Maßnahme erhalten.

Der stellvertretender Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Udo Hemmerling, erkennt den guten Willen der Bundesregierung an, den Milchbauern helfen zu wollen. Allerdings moniert er, dass die deutsche Politik mit der Hilfsmaßnahme zu spät komme. So erhole sich der Milchmarkt bereits und für das 1. Quartal 2017 seien deutlich bessere Marktverhältnisse zu erwarten, erklärt Hemmerling.

Die Agrarminister der Bundesländer: CDU/CSU und Grüne gleichauf

Barbara Otte-Kinast
Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Politiker Peter Hauk
Politiker Thomas Schmidt
Ursula Heinen-Esser
Politiker Jörg Vogelsänger
Politiker Till Backhaus
Politiker Robert Habeck
Politikerin Claudia Dalbert
Politikerin Priska Hinz
Politiker Volker Wissing Ulrike Höfken
Politikerin Birgit Keller
Politiker Reinhold Jost
Bundeslandwirtschaftsministerin
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