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Produktion und Förderung

Niedersachsen: Kürzungen der Direktzahlungen

© Rainer Sturm
von , am
07.01.2014

Hannover - Das Mittelvolumen an Direktbeihilfen verringert sich in Niedersachsen von 845 Millionen Euro im Jahr 2013 auf 747 Millionen Euro im Jahr 2019. Im Mittel sinkt die Flächenprämie von 324 Euro auf 286 Euro.

Die Pachten sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. © Mühlhausen/landpixel
Die niedersächsischen Landwirte müssen sich in den nächsten Jahren auf spürbare Kürzungen bei den Direktzahlungen einstellen. Wie aus einem aktuellen Papier des Landwirtschaftsministeriums in Hannover zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) hervorgeht, verringert sich das Mittelvolumen an diesen Flächenbeihilfen in dem Bundesland einschließlich Bremen von 845 Millionen Euro im Jahr 2013 um insgesamt 98 Millionen Euro auf jeweils 747 Millionen Euro in den Jahren 2019 und 2020, wobei das Antragsjahr 2020 ins EU-Haushaltsjahr 2021 und somit schon in die nächste Förderperiode der Europäischen Union fällt.

Die Flächenprämie sinkt auf 286 Euro

Für den Zeitraum 2014 bis 2019 berechnete das Agrarressort ein mittleres Direktzahlungsvolumen von 786 Millionen Euro. Je Hektar landwirtschaftlicher Fläche nehmen diese Beihilfen von rund 324 Euro im vergangenen Jahr in drei Schritten auf etwa 286 Euro im Jahr 2019 ab. Im Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2019 belaufen sich die Direktzahlungen pro Hektar auf 301 Euro; das sind sieben Prozent weniger als kürzlich für das Erntejahr 2013 ausgezahlt worden ist. Die auf nationaler Ebene beschlossenen Zuschläge von 50 Euro je Hektar für die ersten 30 Hektar und 30 Euro für die folgenden 16 Hektar werden ab 2014 gewährt, während die Unterteilung in Basisprämie und Greening-Prämie erst im Jahr 2015 greift. Auch der Junglandwirte-Zuschlag kommt im nächsten Jahr.

Verteilung der Mittel unter der Lupe

Nach den Berechnungen des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums erhält 2015 beispielsweise ein Junglandwirt mit 62 Hektar, was der mittleren Betriebsgröße in dem Bundesland entspricht, insgesamt 21.882 Euro an Direktzahlungen, der Nicht-Junglandwirt mit der gleichen Fläche 19.154 Euro.
 
Während der Junglandwirt gegenüber 2014 demnach 1.220 Euro gewinnt, verliert der Nicht-Junglandwirt 1.508 Euro. Anschließend müssen beide stetige Kürzungen hinnehmen; für 2019 belaufen sich die Zahlungen für sie auf 20.828 Euro beziehungsweise 18.100 Euro.

Junglandwirte sind "echte Gewinner"

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium betont, dass Junglandwirte mit einer Fläche von bis zu 100 Hektar keine Prämieneinbußen verzeichnen. Junglandwirte bis 62 Hektar würden sogar vier Prozent bis sieben Prozent mehr Zuzahlungen als bisher erhalten und seien "echte Gewinner". Bei dieser Wertung vergleicht das Agrarressort die durchschnittliche Gesamtbeihilfe für die jeweiligen Höfe in den Jahren 2014 bis 2019 mit der von 2013.

Großbetriebe bekommen deutlich weniger

Großbetriebe mit 300 Hektar erhalten nach der entsprechenden Berechnung des Ministeriums dagegen deutlich weniger: Im Fall der Junglandwirte beläuft sich das Minus bei einer solchen Betriebsgröße auf 9,5 Prozent, bei Nicht-Junglandwirten auf 12,9 Prozent. Der Durchschnittshof in Niedersachsen - kein Junglandwirt mit 62 Hektar - erhält 2015 als Basisprämie 11.780 Euro, als Greeningprämie 5.394 Euro und als Zuschlag für die ersten Hektar 1.980 Euro. Im Jahr 2019 erhält der gleiche Betrieb noch 10.850 Euro Basisprämie und 5.270 Euro Greeningprämie, während die Erste-Hektar-Zuschläge unverändert bleiben.

Joachim Rukwied zur Umsetzung der Agrarreform (November 2013)

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