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Produktion und Förderung

Niedersachsen: Preise für Acker- und Grünland steigen weiter

© Brigitte Maria/aboutpixel
von , am
10.06.2011

Hannover - Der Trend zu steigenden Preisen für Acker- und Grünland hat sich 2010 in Niedersachsen fortgesetzt. Biogasanlagen spielen dabei eine zentrale Rolle, meint der Obere Gutachterausschuss.

In überrschend vielen Weizenbeständen mangelt es an Schwefel. © Brigitte Maria/aboutpixel
Man kann davon ausgehen, dass der Kauf von Flächen für die Gewinnung von Biogasanlagen für die steigenden Preise eine bedeutende Rolle spielt, meldet die Geschäftsstelle des Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Niedersachsen.
 
In den Landkreisen Wesermarsch (Grünland: +ca. 30%), Friesland (+ca. 20%) und Northeim (+ca. 15%) seien starke Preisanstiege zu verzeichnen. Dagegen sind die Preise in den Landkreisen Osterode am Harz (-ca. 4 %) sowie in Uelzen (-ca. 5%) gefallen.

Weniger Fläche für mehr Geld verkauft

Die Investitionen für den Erwerb von Agrar- und Forstflächen lagen 2010 bei rund 436 Millionen Euro, dies sind rund drei Millionen Euro mehr als im Jahr 2009. Allerdings gibt es einen Rückgang der Flächenumsätze von 32.442 Hektar in 2009 auf 30.182 Hektar.
 
In Niedersachsen sind im vergangenen Jahr insgesamt 43.865 Hektar (ha) an Immobilienflächen umgesetzt worden. Davon nehmen die land- und forstwirtschaftlichen Flächen mit insgesamt fast 70 Prozent den größten Anteil ein. Im Durchschnitt betrugen die Flächengrößen etwa 2,5 (Acker) bzw. 2,2 ha (Grünland) je Verkauf.
 
Der durchschnittliche Preis für Ackerflächen in Niedersachsen ist von 1,75 €/m² (2009) auf 1,82 €/m² in 2010 gestiegen. Bei Grünland lagen die Preise im Durchschnitt bei 0,94 €/m² in 2009 und stiegen auf 1,03€/m² im Jahr 2010.

Intensive Nutztierhaltung beeinflusst Ackerpreise

Die Intensität der Nutztierhaltung und zunehmend auch andere Nutzungsmöglichkeiten landwirtschaftlicher Flächen wirken sich auf die Ackerpreise aus. Daher lassen sich auch die höchsten Preise in den südoldenburgischen Landkreisen Vechta und Clopppenburg erklären. Danach reihen sich die Landkreise Emsland, Grafschaft Bentheim und der Landkreis Osnabrück ein. Die Preise für Acker- und Grünflächen liegen hier bei 2,50 bis teilweise über 4,00 €/m².

'Siedlungsnähe' führt nicht zwangsläufig zu höheren Preisen

Entgegen den bisherigen Erfahrungen gibt es deutliche Veränderungen des Käufer-/ Verkäuferverhaltens bei der Preisbildung für Agrarflächen in der Nähe von Wohnsiedlungen oder Ortschaften. In der Vergangenheit konnte man noch von höheren Veräußerungspreisen für siedlungsnahe Ackerflächen ausgehen, heute führt die "Siedlungsnähe" nicht mehr zu höheren Veräußerungspreisen. Dieses veränderte Käufer- und Verkäuferverhalten ist vorwiegend auf die Baulandpolitik der Kommunen zurückzuführen. Erst wenn konkrete Bauleitplanungen anstehen, wird die Entwicklung solcher Flächen zu Bauland vorgenommen. Die reine Nähe zu Siedlungen kann daher nicht mehr als Preis steigernder Faktor angesehen werden.  

Video: Hohe Pachtpreise durch Biogas - Das muss nicht sein (21. April 2011)

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