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Produktion und Förderung

NRW: Gewinne der Landwirte brechen um ein Viertel ein

© landpixel
von , am
05.02.2015

Schlechte Aussichten für die Landwirte in Nordrhein-Westfalen. Experten der Landwirtschaftskammer NRW schätzen den Gewinn im aktuellen Wirtschaftsjahr im Schnitt aller Betriebe um ein Viertel unter dem Vorjahr.

AgriCircle bietet dem Landwirt umfassende Lösungen fürs Feldmanagement an. © Mühlhausen/landpixel
Die Gewinne der landwirtschaftlichen Bertriebe in Nordrhein-Westfalen werden im Wirtschaftsjahr 2014/15 teils drastisch niedriger ausfallen als im vorangegangenen Wirtschaftsjahr. Davon gehen die Experten der Landwirtschaftskammer NRW in ihrer alljährlichen Januarprognose aus. Demzufolge geht der Gewinn im Durchschnitt aller Betriebe um 25,4 Prozent auf 56.280 Euro zurück. Dabei seien fast alle Betriebsformen gleichermaßen betroffen, betont der Rheinische Landwirtschafts-Verband.
 
Grundlage der alljährlichen Januarprognose der Landwirtschaftskammer NRW bilden laut RLV die Buchführungsabschlüsse von 1.006 konventionell geführten Haupterwerbsbetrieben. Deren betriebliche Erträge und Aufwendungen werden auf der Grundlage der bis Ende Dezember 2014 bekannten Preis- und Mengenentwicklungen und einer Schätzung der weiteren Entwicklung fortgeschrieben.
Das Einkommen der Milchviehhalter werde voraussichtlich um fast 34.000 Euro geschmälert. Gründe für den Gewinnrückgang sind nach Sicht der Experten:
  • der gesunkene Milchpreis,
  • sinkende Schlachterlöse und
  • kaum vorhersehbare Preisverbesserungen

Veredler warten auf Preiserholung beim Schweine- und Ferkelpreis

Im Schnitt liegen die Gewinne der nordrhein-westfälischen Landwirten für das Wirtschaftsjahr 2014/15 rund 25 Prozent unter denen des Vorjahres. © Landwirtschaftskammer NRW
Veredler erwarteten im laufenden Wirtschaftsjahr erheblich niedrigere Ferkel- und Schlachterlöse, die nur zum Teil durch gesunkene Futtermittelpreise ausgeglichen würden. Auf Grund des Überangebotes am Schweinemarkt bei sehr schleppenden Absatzmöglichkeiten im Export dürften nach Einschätzung der Experten die Schlachtschweinepreise im Verlauf der nächsten Monate auf derzeit niedrigen Niveau verharren.
 
Auch Sauenhalter müssten weiterhin mit erheblich schlechteren Ferkelpreisen kalkulieren. Im Schnitt werde ein Rückgang der Unternehmensergebnisse von rund 25 Prozent auf 56.280 Euro gegenüber 75.460 Euro im Vorjahr geschätzt.

Ackerbaubetriebe: Trotz Rekordernten 20 Prozent weniger Gewinn

Ackerbaubetriebe haben nach RLV-Angaben mit sinkenden Preisen bei Getreide, Raps und Körnermais um zwölf bis 15 Prozent zu kämpfen. Gestiegene Erträge sowie ein erwarteter leichter Rückgang bei den Aufwendungen verhindern einen noch größeren Einkommensrückgang in der Pflanzenproduktion.
 
Positiv habe sich auch die Rekordernte bei den Zuckerrüben mit im Schnitt etwa 85 t/ha bei hohen Zuckergehalten ausgewirkt, sodass trotz niedrigerer Preise etwa zehn Prozent höhere Umsatzerlöse erwartet werden. Bei den Kartoffeln werden durch den wesentlich geringeren, derzeit sehr schwankenden Kartoffelpreis trotz der hohen Erträge niedrigere Umsatzerlöse prognostiziert. Insgesamt dürften sich in den Ackerbaubetrieben die Gewinne um 20,5 Prozent auf unterdurchschnittliche 63.700 Euro entwickeln.

Fünfjähriger Durchschnitt wird um knapp neun Prozent verfehlt

Wie der RLV weiter mitteilt, müssten der Durchschnitt aller Betriebe nicht nur einen Rückgang des Gewinns von 25,4 Prozent auf 56.280 Euro gegenüber dem Vorjahr verkraften, auch der fünfjährige Durchschnitt in Höhe von 61.634 Euro werde deutlich um 8,7 Prozent verfehlt. Im Schnitt aller Betriebe könnten keine Rücklagen gebildet werden, die bereinigte Eigenkapitalveränderung sei deshalb leicht negativ.
 
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