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Steuer und Finanzen

Österreich: Einkommen der Landwirte wie in 2008

von , am
21.12.2011

Wien - Mit einem Zuwachs von 12,2 Prozent hat sich das Einkommen von Österreichs Landwirten in diesem Jahr wieder stabilisiert - nach dem deutlichen Minus in 2009.

Der Einkommensanstieg für Österreichische Landwirte in 2011 liegt unter dem Niveau von 2010.
Der Anstieg in diesem Jahr liegt jedoch unter dem Niveau von 2010. Nach dem  Minus von 29 Prozent in 2009 ist das Einkommen der Landwirte somit  2011 wieder auf dem Niveau von 2008 angelangt. "Ursache sind hohe Erntemengen in der Pflanzenproduktion und gestiegene Preise im tierischen Sektor. Trotz des positiven Jahresabschlusses machen den Bauern die in letzter Zeit wieder besonders spürbaren Preisvolatilitäten Sorgen", erklärte Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich, zur heute publizierten Vorausschätzung der landwirtschaftlichen Gesamtrechnung von der Statistik Austria. Der Getreidepreis sei in den vergangenen Wochen um 25 Prozent gesunken, bei unaufhörlich steigenden Energiepreisen.

EU-Ergebnis niedriger

Generell ist das durchschnittliche agrarische Faktoreinkommen in der EU um rund sechs Prozent gestiegen. Österreich liegt im EU-Vergleich über dem Durchschnitt, aber etwas unter dem deutschen Ergebnis. In der Union erhöhte sich das Faktoreinkommen hauptsächlich in den östlichen Ländern, in acht Staaten hingegen gibt es eine negative Entwicklung.

Höhere Erträge federten niedrigere Erzeugerpreise ab

Witterungsbedingt kam es im gesamten österreichischen Bundesgebiet und in allen Sparten zu höheren Erträgen, die die teilweise niedrigeren Erzeugerpreise abfedern konnten. Was der pflanzliche Sektor durch seine Erntemenge erreichen konnte, schaffte der tierische Sektor über höhere Preise. So waren Preissteigerungen sowohl bei Milch als auch Rindern zu verzeichnen. Beeinträchtigt wurde dieses Ergebnis jedoch durch die sehr hohen Futtermittelpreise.

Vorleistungen der Landwirtschaft erheblich gestiegen

Wlodkowski betonte: "Hätte Österreich am Rindermarkt nicht die Exporte, vor allem in die Türkei, derart stark steigern können, hätten die hohen Futtermittelkosten ein positives Ergebnis für den gesamten Sektor verhindert." Generell seien die Vorleistungen für die Landwirtschaft erheblich gestiegen. So wurden Düngemittel und die Energiepreise deutlich teurer. Wlodkowski ergänzte: "Die immer stärker spürbaren Preisvolatilitäten gehen eindeutig zulasten der Landwirtschaft. Denn während die Erzeugerpreise im Abschwung rasch gesenkt werden, hinkt die Steigerung der Bauernpreise dem internationalen Preistrend oft wochenlang hinterher." Konkret fielen in den letzten Wochen die Mais- und Weizenpreise. Eine hohe Erntemenge im Kartoffelanbau ließ auch hier die Erlöse in den letzten Monaten deutlich verfallen.
 
Darüber hinaus gab es erhebliche Einbußen durch die EHEC-Krise, die den Gemüsebau betraf. Das Aufkommen an heimischem Gemüse war zwar hoch, allerdings fehlte dafür der Absatz. Und nach einem katastrophalen Weinjahr 2010 konnte im Vergleich dazu eine gute Erntemenge eingefahren werden, allerdings verringerten sich die Preise. "Ohne die witterungsbedingt höheren Erträge wäre eine Steigerung des Faktoreinkommens in Hinblick auf die teuren Inputkosten nicht erreicht worden. Daher blicken wir angesichts der weiteren Energiepreissteigerungen und der Preisvolatilitäten nur bedingt optimistisch in das Jahr 2012", so Wlodkowski.
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