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Steuerrecht

Ohne Pauschalierung: So verringern Sie Verluste bei der Umsatzsteuer

Euro Getreide
am Freitag, 10.09.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Der Gesetzgeber hat die Umsatzsteuerpauschalierung für Landwirte bekanntlich drastisch eingeschränkt. Ab 2022 dürfen land- und forstwirtschaftliche Betriebe die Pauschalierung nur noch nutzen, wenn ihr Gesamtumsatz unter 600.000 Euro pro Kalenderjahr bleibt. Wer schnell handelt, kann seinen Schaden durch den Verlust der Pauschalierung aber immerhin reduzieren.

Tipp Nr. 1: Umsätze vorziehen auf 2021

Prüfen Sie, welche Umsätze Sie noch bis Ende 2021 tätigen können. Denn jede Betriebseinnahme im laufenden Jahr können Pauschalierer voll behalten. „Sofern möglich, sollte man also mit seinen Abnehmern reden, ob Auslieferungen noch im Jahr 2021 erfolgen können“, empfiehlt Annette Wennesz, Steuerberaterin bei Ecovis.

Andersherum lassen sich Umsätze mit Einlagerungsverträgen schieben, sodass sich die Ernte auf dem Hof für die Kunden einlagern lässt. „Auch bei Dienstleistungen können Sie über den Zeitpunkt der Ausführung reden“, sagt Wennesz.

Tipp Nr. 2: Optimieren Sie die Vorsteuerberichtigung

Den nächsten Lösungsansatz bietet die Optimierung der Vorsteuerberichtigung. Nach der Systematik des Mehrwertsteuerrechts soll die Vorsteuerberichtigung eine gewisse Gerechtigkeit beim Vorsteuerabzug herstellen. Wer 2020 als Pauschalierer einen Schlepper gekauft hat, kann unter Berücksichtigung eines fünfjährigen Berichtigungszeitraums für bewegliche Wirtschaftsgüter noch drei Fünftel der ursprünglichen Vorsteuer vom Finanzamt erstattet bekommen. Bei Gebäudeinvestitionen gilt ein zehnjähriger Berichtigungszeitraum.

Wer aus dem Anbau keine Vorsteuer ziehen konnte, die Ernte jedoch als Regelbesteuerer verkauft, kann auch Vorsteuer nachfordern. Allerdings ist eine Vorsteuerberichtigung in Bagatellfällen nicht zulässig – die Grenze liegt bei 1.000 Euro.

Tipp Nr. 3: Die 1.000-Euro-Grenze knacken

Die 1.000-Euro-Grenze stellt auf das einzelne Produkt und den zugrunde liegenden Verkaufskontrakt ab. Wer Gemüse im Hofladen pfundweise verkauft, wird die Berichtigungsschwelle also niemals erreichen. Wer jedoch seine gesamte Ernte an einen Großabnehmer verkauft, überschreitet leicht die 1.000 Euro und bekommt Geld vom Finanzamt zurück.

„Jeder betroffene Landwirt kann zusammen mit seinem Berater prüfen, wie er seine Erzeugnisse vermarktet und wo er seine Verkäufe im Hinblick auf die Vorsteuerberichtigung optimieren kann“, erklärt Steuerexpertin Wennesz.

Auch für Direktvermarkter gibt es Optionen. Verkäufe an Zwischenhändler und Absatzorganisationen können hier helfen.

Die Steuerberaterin rät: „Auch nach dem zwangsweisen Verlust der Umsatzsteuerpauschalierung ab 2022 können Sie finanzielle Verluste in gewissem Umfang abfedern. Allerdings sollten Sie schnell handeln und nach Lösungen suchen.“

Mit Material von Ecovis
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