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Produktion und Förderung

P-Dünger wird billiger

von , am
27.05.2013

An den globalen Spotmärkten haben die Preise für Phosphordünger (DAP/MAP) in der zweiten Aprilhälfte nachgegeben. Offenbar setzt sich der Preisrückgang im Mai fort.

© landpixel
Vor allem in Nordamerika gerieten die Preise für die wichtigsten Phosphordünger Ende April unter Druck. Ein Grund war sicherlich der witterungsbedingt ungewöhnlich späte Beginn der Feldarbeiten und damit auch das immer kleiner werdender Zeitfenster für eine fristegerechte Düngerausbringung.
 
Die Weltbank rechnet in einer aktuellen Prognose auch für das Gesamtjahr 2013 mit niedrigeren Preisen für P-Dünger.

Hersteller weiten Produktion aus

Ein weiterer Grund für die Schwäche am Markt für Phosphordünger ist die nach wie vor sehr schwache Nachfrage des größten Importeurs Indien. Dort hat neben der Streichung von staatlichen Stützungen bei Düngereinkauf auch die schwache Währung den Import spürbar gedrosselt. Zudem haben indische Farmer und Händler in den letzten beiden Jahren offenbar erhebliche Bestände aufgebaut.
 
Trotz der unerwartet schwachen globalen Nachfrage haben sowohl nordamerikanische Produzenten (Mosaic) als auch Hersteller in Nordafrika und Saudi-Arabien (Maaden, Sabic) die Produktion und damit das Angebot ausgeweitet. Damit haben die Preise derzeit wenig Spielraum nach oben.

Weltbank sieht rückläufige Preise

Mitte Mai hat die Weltbank in einer längerfristigen Prognose ihre Einschätzung zum P-Düngermarkt im Vergleich zum Jahresanfang sogar weiter nach unten korrigiert. So sehen die Analysten der Weltbank die Preise für DAP-Dünger im Jahresmittel bei 495 US-Dollar je Tonne (USD/t) und damit 45 USD (zehn Prozent) niedriger als im letzten Jahr. Die Preise für TSP–Dünger wurden für 2013 im Vorjahresvergleich mit 430 USD/ ebenfalls um gut 30 USD/t niedriger als 2012 angesetzt.
 
Auch für alle übrigen Mineraldünger liegen die für 2013 erwarteten Preise niedriger als 2012.

Spotmarktpreise fallen auch in Europa

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Am US-Binnenmarkt sind die Großhandelspreise für DAP und MAP-Dünger seit Ende April stetig gefallen. Ähnlich verlief die Entwicklung an den internationalen Spotmärkten. An den deutschen Ostseehäfen wurden zuletzt Preise für DAP-Dünger von 450 bis 455 Euro/t genannt. Wie am Weltmarkt auch war dem Preisanstieg im April allerdings ein scharfer Rückgang der Preise vom Herbst 2012 bis zum Februar 2013 um rund 20 Prozent vorausgegangen.
 
Auch jetzt folgen die europäischen Spotmarktpreise bei P-Dünger den Weltmarktpreisen. Dies müsste über kurz oder lang auch Konsequenzen für die Einkaufspreise der Landwirte haben. 
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