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Produktion und Förderung

Pachtpreise: Ackerbauern vs. Biogasbetreiber - Muss das sein?

von , am
29.04.2011

München - Pachtpreise - ein wichtiges Thema. Auf landlive.de tauschen sich Landwirte über die aktuelle Lage in verschiedenen Regionen aus.

Video: Hohe Pachtpreise durch Biogasanlagen: Das muss nicht sein - ein Beispiel (26. April 2011)
 
landlive.de: Ärger über steigende Pachtpreise
 
Die sich in Deutschland stetig vermehrenden Biogasanlagen sind schuld an den steigenden Pachtpreisen. Diese Ansicht vertreten viele landlive-User und bei vielen sorgt dies für große Verärgerung.
 
"Wir müssen jetzt 450 Euro pro Hektar zahlen, dass wir einigermaßen mit den Biogasern mithalten können", sagt MrAckerdesigner aus Süddeutschland. Bei johannes95 in der Oberpfalz koste der Hektar "nur wegen den Biogasanlagen" zwischen 800 und 1.200 Euro und Martin90 erzählt, wie es am Niederrhein aussieht: "Hier laufen noch viele alte, langjährige Pachtverträge so zwischen 500 und 600 Euro." Neue langjährige Pachtverträge würden momentan um die 1.000 Euro gehandelt, einjährige Verträge sogar bis 1.500 Euro. "Auch die Biogasanlagen - viele erst im Bau - werden den Druck weiter erhöhren. Laufen die alten Pachtverträge in den nächsten Jahren nach und nach aus, wird es bei einigen alteingesessenen Betrieben hier gewaltig rappeln", so der Niederrheiner.

User 2011: 'Profitgier einiger zerstört Existenzen'

Ein User aus Bayern mit dem Namen 2011 zeigt sich besonders verärgert: "Bei uns haben sich in den letzten Jahren die Pachtpreise verdoppelt bis verdreifacht, aber nur weil ein oder zwei Biogasbetriebe ihre Fläche in den letzten fünf Jahren um jeden Preis verfünffachen wollten!" Er fügt hinzu, dass Rinderbetriebe und Getreideerzeuger oft Flächen, die sie teils schon 20 Jahre in Pacht hatten, verloren hätten. "Merkt ihr nicht, dass wegen der Profitgier einiger weniger Existenzen bzw. Familien zerstört werden? Bei solchen Differenzen macht es bald keinen Spaß mehr!"
MrAckerdesigner sieht das ganze etwas objektiver: "Ich finde es auch nicht gut von den Biogasern, die Bauern so fertig zu machen. Aber sie können halt ned anders."

Grünland in Bayern deutlich teuerer als in Niedersachsen

Auch beim Thema Grünland gibt es von Region zu Region Unterschiede. Fendtfan aus Brake im Landkreis Wesermarsch sagt, der Hektar Dauergrünland koste circa 150 bis 300 Euro und die Preise seien recht stabil. Der User JFGPM aus Bayern zeigt sich daraufhin überrascht: "Das ist äußerst wenig im Vergleich dazu, was wir bei uns zahlen." Der Preis für Grünland läge hier bei 0,7 bis 1,1 Euro pro Quadratmeter.
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