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Produktion und Förderung

Pflanzenschutzmittel: Hersteller warnen vor illegalen Fälschungen

© landpixel
von , am
19.03.2014

Der Europäische Pflanzenschutzverband schätzt, dass bis zu 10 Prozent in der EU eingesetzten
Pflanzenschutzmittel Fälschungen von Markenprodukten sind - vorwiegend aus China.

Auf der Substitutionsliste der EU sind 77 Wirkstoffe zu finden. © agrar-press
Die österreichische Interessensgemeinschaft Pflanzenschutz (IGP), hat vor dem Einsatz von gefälschten und illegalen Pflanzenschutzmitteln gewarnt. Solche Produkte stellten eine Bedrohung für die Anwender in der Landwirtschaft sowie die Verbraucher und die Umwelt dar und könnten einen großen Schaden anrichten, erklärte IGP-Vorstand Christian Stockmar. Laut Stockmar schätzt der Europäische Pflanzenschutzverband (ECPA), dass bis zu 10 Prozent aller in Europa eingesetzten Pflanzenschutzmittel illegal sind.
 
Dabei handele es sich zum einen um Fälschungen von Markenprodukten mit einem fragwürdigen und nicht geprüften Inhalt. Zum anderen seien eigenständige Produkte im Umlauf, die vorgäben, echte Pflanzenschutzmittel zu sein, tatsächlich aber minderwertige Stoffe beinhalteten.
 

Verpackung überprüfen

Die illegalen Pflanzenschutzmittel werden oft im Internet vermarktet u nd nach Angaben von Stockmar vorwiegend in China produziert. Die Ware sei oft falsch deklariert, und die Sicherheitsstandards würden nicht eingehalten. "Sie haben zumeist eine geringe, eine unerwünschte oder gar keine Wirkung. In vielen Fällen können sie zu Ernteeinbußen führen - bis hin zur Bedrohung der Existenzgrundlage für Landwirte", warnte der IGP-Vorstand. Allerdings brauche die Landwirtschaft moderne und umweltschonende Pflanzenschutzmittel, um die Versorgungssicherheit zu garantieren. Stockmar empfahl den Bauern, die Verpackung der gekauften Pflanzenschutzmittel stets genau zu überprüfen. Durch den Einkauf bei vertrauenswürdigen Händlern werde garantiert, dass nur zugelassene Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kämen.

Mittelkauf: Was gilt es zu beachten?

Das dlz-agrarmagazin gibt folgende Tipps beim Mittelkauf im Internet:
 
1. Das Angebot: Sind Händler, Importeur und Hersteller im Internet angegeben? Erscheinen sie vertrauenswürdig? Sind Name und Anschrift, Telefon und Gerichtsstand im Impressum ordnungsgemäß aufgeführt?
 
2. Der Kauf: Ist das Mittel ungewöhnlich preisgünstig? Stimmen Lieferschein und Rechnung überein? Sind Produktbezeichnung, Menge, Kaufdatum und Preis auf beiden identisch? 
 
3. Das Etikett: Ist der Aufkleber auf den Kanistern in deutsch verfasst? Trägt das Etikett eine Importlizenznummer vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)? Findet sich diese Nummer in der BVL-Liste? Sind Hersteller und Importeur mit voller Firmenbezeichnung aufgedruckt?
 
4. Das Produkt: Weichen Formulierung, Farbe, Konsistenz oder Geruch vom Original ab? Ähnelt das Mittel dem vergleichbarer Präparate anderer Hersteller? Verhält sich das Mittel im Spritztank wie sonst auch? Löst es sich in Wasser genauso wie gewohnt? Ist beispielsweise ein Granulat genauso feinkörnig wie das Original des Herstellers? Wirkt das Präparat wie das identische Mittel vom Originalhersteller?
 
5. Die Überprüfung: Scheuen Sie sich nicht, bei Zweifeln an der Echtheit nachzufragen!. Haken Sie im Verdachtsfall bei Ihrem Händler oder Ihrer Genossenschaft nach! Erkundigen Sie sich gezielt nach der Herkunft!
 

Anforderungen an Pflanzenschutztechnik

 
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