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Steuer und Finanzen

Pioneer: Landwirte nehmen Soforthilfe an

von , am
29.11.2010

Buxtehude - Das Soforthilfe-Paket für die vom Maisumbruch betroffenen Landwirte ist ausgezahlt. 99 Prozent der insgesamt 228 Landwirte haben die Soforthilfe von 1.800 Euro pro Hektar angenommen.

© agrar-portal.com

Das meldete heute das Saatgutunternehmen Pioneer aus Buxtehude. Die Soforthilfe biete eine finanzielle Unterstützung für die entstandenen Ernteausfälle und Umbruchkosten auf insgesamt 1.650 Hektar Maisfläche in Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen.

"Pioneer steht den betroffenen Landwirten unterstützend zur Seite. Wir waren stets bestrebt schnell und unbürokratisch zu helfen", sagte Ulrich Schmidt, Geschäftsführer von Pioneer Hi-Bred Northern Europe. Das Übereinkommen mit den Landwirten biete Pioneer jetzt die Möglichkeit, die Rechtmäßigkeit des Handelns der Kontrollbehörden gerichtlich überprüfen zu lassen.

Pioneer und Land Niedersachsen streiten über Schuldfrage

Die für das Unternehmen zuständigen Behörden in Niedersachsen hatten im Frühjahr erklärt, dass das von Pioneer ausgelieferte Saatgut Spuren einer gentechnischen Veränderung aufweise. "Allerdings informierten sie uns erst Ende April und damit zu spät, als die Aussaat bereits erfolgt war", schreibt Pioneer in einer Pressemitteilung. Das niedersächsische Agrarressort wirft der Firma Pioneer indes vor, sie habe das beprobte Saatgut in Verkehr gebracht, ohne die Untersuchungsergebnisse abzuwarten. Darüber hinaus seien die Daten über die Vertriebswege von Pioneer über Wochen zurückgehalten und erst aufgrund gerichtlicher Entscheidung herausgegeben worden, kritisiert das Ministerium.

Saatgutunternehmen kündigt Klage an

Pioneer will eigenen Angaben zufolge nun juristisch gegen das Land Niedersachen vorgehen und den durch den Umbruch von Maisflächen entstandenen Schaden geltend machen. "Wir haben großes Verständnis für die Sorgen der betroffenen Landwirte. Bei der Haftungsfrage sehen wir jedoch eindeutig das Land Niedersachsen in der Pflicht. Es wird nun Sache der Gerichte sein, diese Frage verbindlich zu klären", sagte Schmid.

Nulltoleranz: Verlässliche Rahmenbedingungen gefordert

Des Weiteren weist der Geschäftsführer von Pioneer Hi-Bred Northern Europe auf die Herausforderungen bei der Vermarktung von konventionellem Saatgut hin. So sieht die EU eine Nulltoleranzregel für Spuren von gentechnisch veränderten Organismen im Saatgut vor. Angesichts großer Unsicherheiten und Schwankungen bei der Probenahme und den Messergebnissen im Mikrospurenbereich wird von einigen Wissenschaftlern eine Bestimmungsgrenze von 0,1 Prozent gefordert. "Um längst überfällige verlässliche Rahmenbedingungen im Sinne von praktikablen und reproduzierbaren Messergebnissen zu etablieren, will Pioneer mit Behörden, Politik, Landwirten und der Saatgutwirtschaft den Dialog suchen und gemeinsam eine Lösung erarbeiten", so Schmidt. (ots/pd)

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