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Geschäftsklimaindex

Polen: Hohe Kosten überfordern immer mehr Landwirte

Getreideernte
am Dienstag, 15.03.2022 - 11:18 (Jetzt kommentieren)

Die extremen Preissteigerungen könnten für polnische Landwirtschaftsbetriebe zu deutlichen Produktionsrückgängen führen. Investitionen schieben die Landwirte auf; oft können sie nicht einmal die unbedingt nötigen Betriebsmittel kaufen. Die punktemäßig erfasste Stimmung in Polens Landwirtschaft hat einen historischen Absturz hinter sich.

Den niedrigsten Indexwert für die Stimmung in der Landwirtschaft seit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 hat die Warsaw School of Economics (SGH) für das vierte Quartal 2021 ermittelt. Außerdem stellte das Institut für wirtschaftliche Entwicklung an der SGH den größten Punkterückgang zwischen zwei Jahreshälften seit Beginn der Erhebungen fest.

Zum Ende des letzten Jahres lag der Landwirtschaftliche Wohlfahrtsindex bei minus 23,2 Punkten. Damit verschlechterte er sich gegenüber dem dritten Quartal nochmals um 11,5 Punkte. Das dritte und vierte Quartal zusammen verloren gegenüber der ersten Jahreshälfte 25 Punkte, was nach Angaben der Analysten noch nie vorgekommen ist.

Rückläufige Ausgaben in polnischer Landwirtschaft trotz Rekordpreisen

Weiterhin kam die Erhebung zu dem Ergebnis, dass das Geschäftsklima in Polens Landwirtschaft so schlecht ist wie seit 1999 nicht mehr. Besonders pessimistisch seien die Befragten in den Themengebieten „Einkommen“ und „Vertrauen in die Geschäftsentwicklung“ gewesen.

Ausschlaggebend für das schlechte Stimmungsbild seien in erster Linie die extremen Steigerungen bei den Produktionskosten und auch die Preise für Wartungen und Reparaturen gewesen. Die Befragung ergab außerdem, dass alle Betriebszweige und Wirtschaftsformen gleichermaßen betroffen sind.

Obwohl bereits im letzten Jahr Rekordpreise bei Kraftfutter, Dünger und Pflanzenschutzmitteln erreicht wurden, sei die Tendenz bei den Ausgaben insgesamt rückläufig gewesen. Die Autoren des Berichts halten deshalb einen Rückgang der Produktionsintensität beziehungsweise der Flächenproduktivität im laufenden Jahr für möglich.

Zurückgegangen ist auch das Interesse der Landwirte am Abschluss von Kreditverträgen.

Mit Material von AgE

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