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Produktion und Förderung

Post vom Statistikamt: Ammoniak-Emissionen weiter vermindern

von , am
21.04.2011

Bonn - Nordrhein-Westfälische Landwirte erhalten in diesen Tagen Post vom Statistischen Bundesamt: Es geht um das Ausbringen und Einarbeiten von Wirtschaftsdüngern und Biogas-Gärresten im vergangenen Jahr.

Der Entwurf liegt jetzt zur weiteren Beratung bei den Ausschüssen. © Mühlhausen/landpixel
Die Fragebörgen werden im Rahmen der Bodennutzungshaupterhebung an rund 4.000 landwirtschaftliche Betriebe versandt. Die Erhebung ist nach Ansicht des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes durchaus im Interesse der Landwirtschaft. Die Daten über die genutzte Ausbrin­gungstechnik für flüssige Wirtschaftsd­ünger, die Ausbringungszeiträume und die Zeit der Einarbeitung sollen ein realistisches Bild über die Praxis in den Betrieben ergeben. Die Berichterstattung gegenüber der EU habe dagegen bisher auf Annahmen und Hochrechnun­gen mit stark veralteter Datenbasis beruht.
 
Der RLV geht davon aus, dass die in den Betrieben angewendete fachliche Praxis geringere Emissionen zur Folge haben wird, als es die derzeit in der Statistik verwendeten Daten widerspiegeln. "Daher sollte die Erhebung trotz des Aufwan­des unterstützt werden", meint der RLV.

Emissionshöchstgrenzen: Deutschland droht Klage von EU-Seite

Hintergrund der Erhebung ist die im Jahr 2000 verabschiedete europäi­sche Richtlinie über natio­nale Emissionshöchstgrenzen für bestimmte Luftschadstoffe (NEC-Richtlinie), bei der eine Ober­grenze für Ammoniak-Emissionen festgelegt wurde. Die für Deutschland festgelegte Obergrenze in Höhe von 550.000 Tonnen Ammoniak könnte nach aktuellen Prognosen verfehlt werden, weshalb von der EU-Kommission die Einleitung eines Klageverfahrens angedroht werde.
 
Der Berufsstand habe vor Verabschiedung der NEC-Richtlinie das Zustandekommen der Emissionshöchstgrenzen in Frage gestellt, hebt der RLV hervor. Zu­sammen mit dem Deutschen Bauernverband fordere man nach wie vor, die Vergleichbarkeit der Berichterstattung der Emissionsdaten und die für die einzelnen Mitgliedstaaten festgeleg­ten Höchstgrenzen zu überprüfen. Anders als häufig dargestellt, hätten durch eine effizientere und emissionsmindernde Produktion seit 1990 die Ammoniak-Emissionen bereits um mehr als 23 Prozent gesenkt werden können, weitere Verbesserungen seien abzusehen. 

RLV ruft zum Mitmachen auf

Der RLV bittet die ausgewählten Landwirte um Unterstützung der Befragung und um zeit­nahe Rückgabe der Fragebögen an den Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen. Um die Belastung für die landwirtschaftlichen Betriebe möglichst gering zu hal­ten, werde die Erhebung nicht bei allen Betrieben durchgeführt, sondern nur bei einer reprä­sentativen Auswahl. Datenschutz und statistische Geheimhaltung sind nach Angaben des Statistischen Landesamtes - wie bei allen Erhe­bungen der amtlichen Statistik - umfassend gewährleistet. Alle Angaben würden streng vertraulich behandelt und ausschließlich in anonymisierter Form für statistische Zwecke ausge­wertet.  
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