Login
Produktion und Förderung

Präzise Ernteprognose via Satellit

von , am
27.02.2015

Landwirte bekommen Hilfe aus dem All. Ein Satellit soll zukünftig Daten über Agrarflächen liefern, um den Anbau präziser planen und Erträge vorhersagen zu können. Die Ergebnisse sollen kostenfrei zur Verfügung stehen.

 
Mitte Juni wird der Satellit "Sentinel-2" ins All geschossen. Der Trabant soll Forschern des Julius-Kühn-Instituts Bilder und Daten liefern, um Prognosen für den Anbau und Ertrag von verschiedenen Nutzpflanzen zu erstellen. Die Informationen werden mit Daten des Deutschen Wetterdienstes und Wachstumsmodellen der Pflanzen kombiniert und so Prognosen für Ernteerträge, aber auch für die Bewässerung und Düngung erstellt. Die Ergebnisse sollen dann für die Anbau- und Ernteplanung im Internet kostenfrei für die Landwirte zur Verfügung stehen. Im ersten Schritt wird die Technik nur in Niedersachsen getestet, soll aber irgendwann bundesweit eingesetzt werden.

Greeninghilfe via Satellit

Das JKI-Forschungsprojekt namens RiflE  (Regionale fernerkundliche Erfassung des aktuellen landwirtschaftlichen Ertragspotenzials ) soll in erster Linie das aktuelle Ertragspotenzial für wichtige landwirtschaftliche Kulturen mit Hilfe der Satellitendaten schätzen. Ein zweites Projekt Copernicus 4 EFA soll die EU beim so genannten Greening unterstützen. Schon seit 20 Jahren arbeitet das JKI an der Quantifizierung von Kleinstrukturen im Agrarraum. Dazu zählen beispielsweise Feldgehölze, Hecken, Feldsäume oder Kleingewässer.
 
Bei Copernicus 4 EFA gehe es darum, Handlungsoptionen für die Landwirtschaft zu entwickeln. Das Julius Kühn-Institut spricht hier beispielsweise von Teilflächen im Acker, die weniger ertragreich oder technisch nur schwer zu bewirtschaften sind. Das können trockene Kuppen, arme Sandstandorte, Nassstellen oder ständig wiederkehrende Erosionsrillen sein. Diese Areale würden sich aus landwirtschaftlicher Sich hervorragend für die Einrichtung ökologischer Vorrangflächen (Ecological Focus Areas, daher der Namen "Copernicus 4 EFA") eignen.

Satellit erfasst Erde in 5 Tagen

Der Satellit Sentinel-2 ist nur einer von mehreren geplanten Trabanten des Umweltüberwachungsprogramm Copernicus der Europäischen Raumfahrtorganisation Esa und der Europäischen Kommission. Die Satellitenflotte soll fortlaufend erweitert und bis 2030 Daten zur Erde senden. Die Sentinel-2-Satelliten werden bei jedem Überflug einen 290 Kilometer breiten Streifen abdecken und die ganze Erde alle fünf Tage erfassen. Sensoren für elektromagnetische Strahlung unterschiedlicher Wellenlängen sorgen für die hochpräzisen Bilder.
 
Auch interessant