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Produktion und Förderung

Preise für Kalidünger fallen weiter

von , am
19.10.2013

Am globalen Markt für Kalidünger stehen die Preise weiter unter Druck. Von den Exporthäfen am US-Golf wurden Mitte Oktober Exportpreise (fob) von 345 USD/t gemeldet.

© Mühlhausen/landpixel
Gegenüber dem September ist ein weiterer Preisrückgang von etwa 10 USD/t bis 15 USD/t. Im Vergleich zum Oktober 2012 sind die internationalen Exportpreise für Kalidünger sogar 100 USD/t bzw. mehr als 20 % billiger. Dabei war das Auseinanderbrechen des russisch-weißrussischen Kalikartells zwar der Auslöser für den jüngsten Preisrutsch und die aktuelle Kaufzurückhaltung an den Märken. Die Preise standen jedoch schon zuvor unter Druck bzw. hatten schon deutlich nachgegeben.

Großes Angebot sorgt für Preisdruck

Hauptgrund für den Preisdruck und die Markturbulenzen ist vielmehr das deutlich schneller als die Nachfrage gewachsene globale Kaliangebot. Die damit verbundene Absatzschwierigkeiten einiger großer Hersteller haben offensichtlich auch zum (zeitweisen) Ausscheren des weißrussischen Partners aus den Kartell BPC und zur Suche nach alternativen Absatzmöglichkeiten und Kanälen geführt. Insbesondere der Wettbewerb um den gewaltigen chinesischen Markt war offensichtlich ausschlaggebend. Uralkali nennt dort in seiner jüngsten Marktprognose Verkaufspreise (fob) von russischem Kali nach China von 330 USD/t. Dieser Preis liegt noch unter den derzeit von US-Herstellern (Mosaic) genannten Preisen. Gleichzeitig hat Uralkali seine Produktion im Juli-September-Quartal deutlich um 0,3 Mio. auf auf 2,7 Mio. t gegenüber dem Vorquartal ausgeweitet.

Verunsicherung hält noch an

Insgesamt zeigt die Entwicklung eine anhaltende Verunsicherung am internationalen Kalimarkt und eine nachhaltige Bodenbildung bei den Preisen ist ebenfalls noch nicht zu erkennen. Eine wichtige Benchmark wird wohl der nächsten Abschlüsse mit dem größten globalen Abnehmer China (und Indien) geben. Dieser wird aber erst für Anfang 2014 erwartet. Vor diesem Hintergrund werden Händler und Landwirte wohl weiter sehr zurückhaltend agieren. Vor allem die Händler gehen nach den Erfahrungen der letzten Jahre nicht das Risiko von deutlichen preislichen Abwertungen der gelagerten Bestände ein.

Weiterer Korrekturbedarf in Europa

Auch in Deutschland und Europa dürfte der Preisrückgang am Weltmarkt Auswirkungen auf die Kalipreise haben. Dies dürften die für November erwarteten neuen Preisstaffeln für Kalidünger zeigen. Die Spotmarktpreise für Kornkali (40 % KCl) an den deutschen Ostseehäfen sind nach einem Preisrückgang zur Jahresmitte von etwa 20 Euro/t zuletzt innerhalb einer Spanne von 280 Euro und 285 Euro/t gependelt. Im Vergleich zu den Preisen vor 12 Monaten ist das derzeitige Niveau der Spotmarktpreise fast unverändert. Vor dem Hintergrund der internationalen Entwicklung besteht auch hier noch erheblicher Korrekturbedarf.
 
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