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Produktion und Förderung

Preissturz am Kalimarkt erwartet

© agrar-press
von , am
31.07.2013

Das russisch-weißrussische Kalikartell BPC bricht auseinander. Unmittelbar nach der Erklärung von Uralkali sind die Aktienkurse des Unternehmens gestern abgestürzt.

© Mühlhausen/landpixel
Am Markt für Kalidünger kommt es zu gravierenden Veränderungen der Marktstrukturen. Zumindest dürfte der bislang von zwei großen Kartellen beherrschte internationale Markt gehörig durcheinander gewirbelt werden. Die Folge wäre ein weiterer scharfer Preisrückgang und damit auch deutlich niedrigere Produktionskosten für die Landwirte in Europa und weltweit.
 
Grund für den offensichtlichen Umbruch am Kalimarkt ist das auseinanderbrechen des russisch-weißrussischen Kalikartells BPC. Dies kündigte gestern der Sprecher des russischen Kaligiganten Uralkali an. Unmittelbar nach der Erklärung stürzten auch die Aktienkurse für die großen internationalen Hersteller massiv ab.

Weiterer starker Preisrückgag erwartet

Bereits ohne das Auseinanderbrechen des russisch-weißrussischen Kalikartells BPC waren die Preise für Kalidünger am Weltmarkt in den letzten Monaten rasant gefallen. Vom Frühjahr 2012 bis zum Frühjahr 2013 rutschen die Weltmarktpreise für Kali um 100 US-Dollar je Tonne (USD/t) - etwa 20 Prozent (%) - nach unten. Nun hält der Vorstandsvorsitzende des russischen Herstellers Uralkali einen Rückgang der Weltmarktpreis bis zum Jahresende um weitere 25 % für realistisch.

Wettbewerb wird deutlich härter

Hauptgrund für das Auseinanderbrechen des russisch-weißrussischen Kalikartells BPC ist nach Aussage von Urakali die zunehmend außerhalb der gemeinsamen Strukturen abgewickelten Geschäfte durch den weißrussischen Partner. Bislang beherrschte das Kalikartell BPC rund von 40 % des globalen Marktes.
 
Der russische Hersteller Uralkali kann als einziger seinen Kali unmittelbar per Bahn nach China liefern und damit deutlich günstiger als die übrigen Wettbewerber.

Aktienkurse brechen ein

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Auch für Europäer und die Hersteller im Nahen Osten bringen die Aussagen von Uralkali Probleme. Auch wenn diese Umnehmen deutlich kleinere Anteile am Welthandel haben, werden durch die fallenden Weltmarktpreise die Kalipreise hierzulande unter Druck gesetzt. Das hat der Absturz der Aktien der großen börsennotierten internationalen Kalihersteller am Dienstag bereits verdeutlicht.
 
Die Kurse des deutschen Kaliproduzenten K+S rutschten in Frankfurt um 24 Prozent ab. Aber auch die Preise anderer Hersteller wie Israel Chemical, Potash Corp und Mosaic und Agrium sind gefallen. Die Kurse von Uralkali selbst gaben um 19 Prozent nach.
 
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