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Produktion und Förderung

QS legt Daten zu Antibiotika-Einsatz vor

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von , am
24.05.2013

Frankfurt - Am Donnerstag hat die QS GmbH Daten zum Einsatz von Antibiotika in der Tiermast vorgelegt. 17 Prozent der Masthähnchen- und 24 Prozent der Schweinemastbetriebe kommen demnach ohne aus.

Bislang ist eine Notimpfung beim Ausbruch der Schweinepest ökonomisch nicht sinnvoller als eine Keulung. © Mühlhausen/landpixel
Die Partner im QS-System haben sich verpflichtet, alle Antibiotikaverschreibungen in der Nutztierhaltung zu erfassen. Erste Auswertungen zeigten nach Angaben der QS Qualität und Sicherheit GmbH: Bei 17 Prozent der Masthähnchenherden wurden keine Antibiotika eingesetzt. In der Schweinemast führten 24 Prozent der bislang erfassten Betriebe keine Antibiotikabehandlungen durch.
 
Seit 2012 legten alle 2.600 Geflügel haltenden QS-Betriebe in Deutschland ebenso wie die 25.000 QS-zertifizierten Schweinemäster offen, wie viel und wie häufig sie in ihren Betrieben Antibiotika einsetzen. "Damit machen wir den Antibiotikaeinsatz der deutschen Schweine- und Geflügelfleischproduktion transparent," erklärt Dr. Hermann-Josef Nienhoff, Geschäftsführer der QS Qualität und Sicherheit GmbH, anlässlich der Jahrespressekonferenz am Donnerstag in Frankfurt am Main.

Frühwarnsystem für den Landwirt

Insgesamt 6.188 Masthähnchenherden wurden seit Mai 2012 im QS-Antibiotikamonitoring erfasst, davon seien 83 Prozent behandelt worden. Der Einsatz von Antibiotika beschränkte sich laut QS im Durchschnitt auf weniger als ein Viertel der Mastdauer. Die Schweinemastbetriebe im QS-System hätten im September 2012 mit der Datenerfassung begonnen. Bei den 7.415 Betrieben, für die schon jetzt vollständige Daten vorliegen, betrug die durchschnittliche Behandlungszeit weniger als sechs Tage. Eingesetzt wurde Antibiotika von drei Viertel der Betriebe.
 
Künftig erhalten die Tierhalter im QS-System regelmäßig Rückmeldung zu ihrem Antibiotikaeinsatz. Anhand des sogenannten Therapieindex erhalte der Landwirt die Information, wo er im Vergleich zu allen anderen Betrieben steht. Bei einem erhöhten Therapieindex werden gemeinsam mit dem Tierarzt Maßnahmen ergriffen, um eine Reduzierung zu erreichen.

Kompass Jungebermast

Ein weiterer Schritt zum Verzicht auf Ferkelkastration sei laut QS-Meldung der neu erschienene Kompass Jungebermast. Landwirte sollten sich frühzeitig auf das gesetzliche Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration ab 2019 vorbereiten, sagt dazu Heinrich Dierkes, Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands am Rande der Pressekonferenz in Frankfurt. "Mit dem Kompass Jungebermast wollen wir Schweinehalter bei der Entscheidung unterstützen, welchen Weg sie künftig einschlagen können," sagt Dierkes.

AMG-Novelle im März gestoppt

Ein vom Bundestag beschlossenes Gesetz zur Senkung des Antibiotika-Verbrauchs in der Nutztierhaltung war im März vom Bundesrat gestoppt worden. Geplant ist darin der Aufbau einer bundesweiten Datenbank zur Erfassung und Kontrolle der Mengen. Die bloße Dokumentation reicht den rot-grün regierten Ländern nicht aus. QS-Geschäftsführer Nienhoff bot einen Datenaustausch an. "Wir wollen keine Konkurrenz." 
 
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