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Nachhaltigkeit und Investitionen

Rabobank senkt Zinsen für Kredite an nachhaltige Milcherzeuger

Milchkühe in den Niederlanden
am Donnerstag, 15.07.2021 - 11:13 (Jetzt kommentieren)

Die Rabobank staffelt den Kreditzins für Milchbauern nach Nachaltigkeitskriterien.

Besonders nachhaltige Milcherzeuger werden von der niederländischen Rabobank bevorzugt. Sie sollen künftig niedrigere Zinsen für Investitionskredite zahlen müssen. Eine auf neun Monate angelegte Testphase hat die Bank jetzt gestartet. Wie die Rabobank mitteilte, beträgt der Zinsabschlag 0,2 Prozentpunkte.

Das sind die Bedingungen:

  • Die Darlehenssumme beträgt mindestens 1 Mio. Euro.
  • Der Milcherzeuger erfüllt die Anforderungen des Nachhaltigkeitsindex Stufe A.
  • Das Angebot gilt für neue Finanzierungen, Kreditverlängerungen und Refinanzierungen.
  • Der Zinsabschlag wird für die Dauer der Festzinsvereinbarung gewährt.

Finanzierungsvorteil von 15.000 Euro möglich

Die Rabobank teilt Milcherzeuger bei ihrem Nachhaltigkeitsindex in fünf Stufen von A bis D ein. Die höchste Nachhaltigkeitsklasse kann ein Milcherzeuger erreichen, indem er zum Beispiel an bestimmten Qualitätsprogrammen teilnimmt, emissionsmindernde Maßnahmen ergreift und Weidegang garantiert.

Die Bank beziffert den Finanzierungsvorteil bei einem Darlehen von 1,5 Mio. Euro über fünf Jahre auf bis zu 15.000 Euro.

Carin van Huët, Direktorin der Sparte Food and Agri Nederland der Rabobank, erläuterte, Investitionen in Nachhaltigkeit seien für Landwirte mit zusätzlichen Kosten verbunden. Die Rabobank wolle Unternehmer für ihre Bemühungen belohnen und eine nachhaltigere Erzeugung unterstützen.

EU-Taxonomieverordnung bevorzugt umweltpolitisch erwünschte Investitionen

Die Initiative der Rabobank folgt politischen Vorgaben der Europäischen Union. Seit Juni 2020 gilt in der EU die sogenannte Taxonomieverordnung. Vereinfacht gesagt zielt die Verordnung darauf ab, für umweltpolitisch erwünschte wirtschaftliche Aktivitäten ein günstigeres Finanzierungsumfeld zu schaffen.

Für landwirtschaftliche Betriebe plant die EU bestimmte Berichtspflichten, die bisher noch nicht in Kraft gesetzt wurden. Für den Bereich Bioenergie und Forstbetriebe über 25 ha gelten die Anforderungen allerdings bereits. Zu den konkreten Vorgaben gehört, einen Nachhaltigkeitsplan vorlegen zu müssen. Darin muss unter anderem stehen, welche Aktivitäten den größten Beitrag zum Klimaschutz leisten. Ein solcher Plan muss alle drei Jahre von unabhängiger Stelle überprüft werden.

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