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Produktion und Förderung

Ranking: In Bayern explodieren die Bodenpreise

© agrar-press
von , am
09.01.2015

Im deutschlandweiten Vergleich der Bodenpreise liegt Bayern mit fast 40.000 Euro je Hektar an der Spitze. Dort sind die Preise regelrecht explodiert.

Kaufwerte landwirtschaftlicher Grundstücke 2013 in Euro/Hektar und Entwicklung zu 2012 in Prozent Verkäufe zum Verkehrswert ohne Gebäude und ohne Inventar. © Bodenmarkt 7
Absoluter Spitzenreiter beim Ranking der Bodenpreise ist Bayern. Wer hier Boden kaufen will, muss tief in die Tasche greifen. Mit 39.797 Euro je Hektar wird der Kaufwert für 2013 im aktuellen "Bodenmarktheft 7" angegeben. Das ist eine Preissteigerung gegenüber dem Jahr 2012 von 25 Prozent oder 8.000 Euro je Hektar. Auf Platz zwei unserer Rangliste liegt Nordrhein-Westfalen. Hier haben die Kaufwerte zwar nochmals um rund 1.500 Euro je Hektar zugelegt, der prozentuale Zuwachs lag allerdings nur bei knapp fünf Prozent. Der Kaufwert wird für Nordrhein­-Westfalen mit 33.951 Euro je Hektar angegeben. Abgesehen von Mecklenburg Vorpommern, bilden die ostdeutschen Bundesländer das Schlusslicht. Mit 8.191 Euro je Hektar ist der Boden in Thüringen am günstigsten. Allerdings beträgt die Preissteigerung innerhalb eines Jahres (von 2012 zu 2013) 19,2 Prozent.

BVVG-­Verkäufe liegen weit über dem ostdeutschen Niveau

In
Bayern wurde mit fast 40.000 Euro je Hektar der bisher höchste Preis deutschlandweit für Boden gezahlt. In Landkreisen der Veredlungsregionen in Bayern, in Nordrhein­Westfalen und in Niedersachsen wurden enorm steigende und sehr hohe Preise von
50.000 bis 60.000 Euro je Hektar genannt. In Landkreisen der Region Weser­ Ems, wurden sogar für Böden mit einer Ertragsmesszahl von 32 durchschnittliche Preise von rund 60.000 Euro gezahlt werden.
 
In Ostdeutschland hat sich der seit 2007 enorme Preisanstieg 2012 und 2013 etwas abgeschwächt, wobei das für BVVG-­Verkäufe ausgewiesene Niveau weit über dem ostdeutschen Durchschnitt liegt. Die langfristige Preisentwicklung zeigt auf der anderen Seite, dass etwa in Baden-Württemberg, Rheinland ­Pfalz und Hessen die Kaufwerte auch seit 2007, wenn überhaupt, nur sehr moderat zugelegt haben und seit zwei Jahrzehnten ein von Jahr zu Jahr im Durchschnitt fast gleiches Preisniveau ausgewiesen wird, regionale Differenzierungen eingeschlossen.

Wettbewerbsdruck erhöht die Bodenpreise

Als eine wesentliche Ursache für die regional ausufernden Bodenpreise in Agrarregionen des früheren Bundesgebietes wird gerade in den letzten beiden Jahren neben dem niedrigen Zinsniveau, fehlenden lukrativen Anlagemöglichkeiten oder hohen Gewinnen aus alternativen Energien der wachsende strukturelle Druck für die Landwirte genannt, ihre Unternehmen zu vergrößern und ihre Betriebsflächen zu erweitern um wettbewerbsfähig zu bleiben.
 
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