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Produktion und Förderung

Ranking: Die häufigsten Greening-Maßnahmen 2015

von , am
09.10.2015

Im Jahr 2015 haben die deutschen Landwirte auf insgesamt 1,367 Millionen Hektar ökologische Vorrangflächen angemeldet. Welche Greening-Maßnahmen am meisten gewählt wurden, lesen Sie hier.

57 Prozent der ÖVP fallen 2015 auf produktive Flächennutzungen, 43 Prozent auf Flächen ohne produktive Nutzung. © Mühlhausen/landpixel
Seit der letzten Agrarreform sind Landwirte mit mehr als 15 Hektar Ackerfläche grundsätzlich verpflichtet, fünf Prozent ihrer Ackerflächen als ökologische Vorrangflächen bereitzustellen und auf diesen dem Klima- und Umweltschutz besonders förderliche Landbewirtschaftungsmethoden anzuwenden. Die Landwirte können selbst aus diesem Katalog auswählen. Nun hat das Bundeslandwirtschaftsministerium erstmals Daten ausgewertet, die von den Ländern übermittelt wurden.
 
Insgesamt wurden laut BMEL 2015 auf 1,367 Millionen Hektar ökologische Vorrangflächen angemeldet. Die verschiedenen Arten werden angesichts ihrer unterschiedlichen ökologischen Wertigkeit mit verschiedenen Faktoren (0,3-2) gewichtet. Gewichtet nach den Anrechnungsfaktoren ergibt dies 690.900 Hektar
 
Über 57 Prozent der gewichteten ökologischen Vorrangflächen entfallen auf produktive Flächennutzungen (Zwischenfrüchte und Grasuntersaaten, N-bindende Pflanzen, Flächen mit Niederwald im Kurzumtrieb, Aufforstungsflächen) und dementsprechend knapp 43 Prozent auf Flächen ohne produktive Nutzungen (brachliegende Flächen, streifenförmige Elemente, Landschaftselemente und Terrassen). Bundesagrarminister Christian Schmidt betonte in diesem Zusammenhang: "Beide Kategorien sind also für die Landwirte eminent wichtig, um die erwünschten Umweltleistungen zu erbringen."

So verteilen sich die Greening-Maßnahmen 2015:

Platz 1: Zwischenfruchtanbau und Untersaaten

Über 930.000 Hektar (68 Prozent) entfielen auf Zwischenfrüchte und Grasuntersaaten. Bei einem Gewichtungsfaktor von 0,3 ergibt das 279.000 ha nach ökologischer Wertigkeit gewichtete Fläche.
 
Platz 2: Brachliegende Flächen
 
Es folgen brachliegende Flächen mit knapp 221.800 Hektar (gut 16 Prozent). Druch den Gewichtungsfaktor von 1,0 bleibt die nach ökologischer Wertigkeit gewichtete Fläche die gleiche.
 
Platz 3: Stickstoffbindende Pflanzen

Stickstoffbindende Pflanzen wurden als Greening-Maßnahme auf knapp 161.800 Hektar (fast 12 Prozent) der Flächen angemeldet. Der Gewichtungsfaktor liegt hier bei 0,7, was 113.300 Hektar nach ökologischer Wertigkeit gewichtete Fläche ergibt.

Platz 4: CC-Landschaftselemente und Terrassen

CC-Landschaftselemente wurden einheitlich mit dem Faktor 1,5 gewertet, was bei 33.000 Hektar beantragter Fläche, 49.600 ha nach ökologischer Wertigkeit gewichtete Fläche ergibt.
 
Platz 5: Puffer-, Wald-, Feldrandstreifen
  • Fläche ohne Gewichtung: 16.500 ha
  • Gewichtungsfaktor: 1,5
  • nach ökolog. Wertigkeit gewichtete Flächen: 24.700 ha
Platz 6: Flächen mit Niederwald im Kurzumtrieb
  • Fläche ohne Gewichtung: 2.200 ha
  • Gewichtungsfaktor: 0,3
  • nach ökolog. Wertigkeit gewichtete Flächen: 700 ha
Platz 7: Aufforstungsflächen
  • Fläche ohne Gewichtung: 1.900 ha
  • Gewichtungsfaktor: 1,0
  • nach ökolog. Wertigkeit gewichtete Flächen: 1.900 ha

Steckbrief: 'Neue' Zwischenfruchtarten auf dem Acker

Alexandrinerklee (Leguminose) besitzt eine geringe Konkurrenzkraft und hat hohe Saatbettansprüche. © Feldsaaten Freudenberger GmbH & Co. KG
Der Buchweizen ist ein Knöterichgewächs. © Feldsaaten Freudenberger/P.H. Petersen Saatzucht/DSV Deutsche Saatveredelung
Seine Winterhärte ist sehr gering. © Feldsaaten Freudenberger/P.H. Petersen Saatzucht/DSV Deutsche Saatveredelung
Die Jugendentwicklung des Buchweizens wird als schnell eingestuft. © Feldsaaten Freudenberger/P.H. Petersen Saatzucht/DSV Deutsche Saatveredelung
Öllein (Leingewächs) hat ebenso hohe Saatbettansprüche. © Feldsaaten Freudenberger/P.H. Petersen Saatzucht/DSV Deutsche Saatveredelung
Sein Aussam-Risiko ist gering. © Feldsaaten Freudenberger/P.H. Petersen Saatzucht/DSV Deutsche Saatveredelung
Ramtillkraut gehört zu den Korbblütlern. © Feldsaaten Freudenberger/P.H. Petersen Saatzucht/DSV Deutsche Saatveredelung
Es hat einen geringen Nährstoffbedarf. © Feldsaaten Freudenberger/P.H. Petersen Saatzucht/DSV Deutsche Saatveredelung
Rauhafer, das sogenannte Süßgras, hat eine hohe Unkrautunterdrückgung. © Feldsaaten Freudenberger/P.H. Petersen Saatzucht/DSV Deutsche Saatveredelung
Seine Winterhärte wird als gering eingestuft. © Feldsaaten Freudenberger/P.H. Petersen Saatzucht/DSV Deutsche Saatveredelung
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