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Produktion und Förderung

Ratgeber: Tierleasing - Per Lohnmast direkt vermarkten

von , am
29.12.2014

Das Vermarktungskonzept Tierleasing findet immer mehr Anhänger. Der Verbraucher erkauft sich bei einem Landwirt Rechte an einem Nutztier und erhält im Gegenzug das tierische Produkt. Mehr zum Nebenverdienst Lohnmast lesen Sie hier:

Bei Tierleasing handelt es sich nicht um Leasing im rechtlichen Sinne, sondern um eine Form der Lohnmast. Der Verbraucher erkauft sich Rechte an einem Schwein, einer Kuh oder Huhn und erhält dafür vom Landwirt Fleisch, Milch oder Eier. Beispielsweise erhält ein Kunde für eine jährliche Leasinggebühr von 50 Euro sechs Eier wöchentlich.
 
Beim Schweine-Leasing kauft der Kunde ein Ferkel bei einem Schweinehalter und bezahlt bis zur Schlachtreife seines Schweins einen monatlichen Betrag für die Mastkosten an den Landwirt. Am Ende erhält der Kunde das Fleisch seines Leasing-Schweins. Diese Form der Vermarktung eignet sich in der Regel nur für kleine bäuerliche Betriebe im Nebenverdienst.

Hohe Nachfrage nach Leasing-Schweinen

Das Konzept des Tierleasings kommt gut beim Verbraucher an. Der Biobauer Anton Dapont kann sich vor Nachfragen seiner Weideschweine kaum retten. Im letzten halben Jahr registrierte der Landwirt im Schnitt 10 Anfragen pro Monat mit 3 bis 4 verbindlichen Reservierungen. Jetzt sucht der Landwirt Partner, die seine Schweine in Lohnmast nehmen. "Das Tierleasing eignet sich für kleine bäuerliche Betriebe, die beispielsweise ungenutzte Ställe mit einem Auslauf zur Verfügung haben. Man muss aber auch Idealist sein, den intensiven Kundenkontakt mögen und die Arbeit, die in einer solchen Haltungsform anfällt.", so Dapont. Der finanzielle Gewinn beim Tierleasing ist überschaubar. Allerdings schafft diese Form der Vermarktung eine hohe Kundenbindung. Für Direktvermarkter kann Tierleasing auch eine Option sein. Der Vorteil ist, dass bereits ein Teil sicher vermarktet ist.

Kunde erwartet sichtbar artgerechte Haltung

Die Motivation des Kunden ein Tier zu leasen, entspringt aus der Überzeugung ein hochwertiges Produkt aus sichtbar artgerechter Haltung zu erhalten. Das muss auch glaubhaft kommuniziert werden. Daher ist die Kundenkommunikation ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.
 
 
Außerdem sollte es dem Kunden theoretisch jederzeit möglich sein, sein Schwein oder sein Huhn zu besuchen und sich von dem Wohl des Tieres überzeugen zu können. Daher macht diese Form der Lohnmast letztlich nur bei Öko- oder Freilandhaltung Sinn. Der Landwirt muss bereit sein, seinen Hof für Besucher zu öffnen. Das kostet natürlich auch Arbeitszeit und setzt voraus, dass der Hof für Kundenbesuch geeignet ist.

Kundenkommunikation ist A und O

Das A und O beim Tierleasing ist die Kundenberatung und -pflege. Die meisten Anfragen erhält Dapont per E-Mail. "Manchmal beantworten Sie einem Kunden 4 bis 5 Emails bis er sich entscheiden kann. Der Kunde will informiert werden, über die Haltung, die Fütterung, aber auch beim Schlachten wollen viele Kunden beraten werden." Dapont nutzt für die Kundengewinnung und -bindung verstärkt die neuen Medien. Er hat nicht nur eine ausführliche Internetseite mit allen relevanten Fragen zur Lohnmast und zum Betrieb, sondern erreicht potentielle Interessenten über soziale Netzwerke wie Facebook und Xing. 

Fester Schweinepreis bei ca. 600 Euro

Im ersten Schritt schließen Mäster und Leaser einen Vertrag über die Lohnmast ab. Vertraglich festgelegt sind darin die monatlich fälligen Beträge und, dass das Schwein nach dem vereinbarten Mastzeitraum geschlachtet werden muss. 35 Euro Mastkosten sind es bei den Turopolje-Schweinen von Landwirt Dapont. Für 150 Euro ersteht der Kunde ein Ferkel des Bauern. 12 bis 14 Monate mästet Dapont das Schwein des Kunden für 35 Euro monatlich. Der Kunde kann bestimmen, wann es zum Schlachter kommt. Am Ende holt sich der Kunde das Fleisch seines Schweins beim Metzger ab. Die Kosten für die Schlachtung muss der Schweinebesitzer natürlich auch tragen.

Erfolgsfaktoren für das Tierleasing

  • Kundenkommunikation und -pflege
  • Freiland- oder Ökohaltung
  • Auslauf für die Tiere
  • Bereitschaft Besucher zu empfangen
  • Ansprechende Hofstelle (Parkplätze)
  • Internetseite und soziale Netzwerke bedienen

 

 
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