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Ratgeber Steuern

Regelbesteuerung günstiger? Jetzt über einen Wechsel entscheiden!

Einwurf eines Briefes an das Finanzamt
am Donnerstag, 18.11.2021 - 13:32 (Jetzt kommentieren)

Liegt der Gesamtumsatz Ihres Betriebs unter 600.000 Euro, haben Sie die Wahl zwischen Regelbesteuerung und Pauschalierung. Für die Entscheidung bleiben Ihnen noch wenige Wochen.

Heute (18.11.) hat eine Mehrheit im Deutschen Bundestag aus SPD, Grünen und FDP den neuen Regeln bei der Umsatzsteuerpauschalierung zugestimmt. Nach dem Beschluss des Bundesrats, der voraussichtlich in der nächsten Woche (26.11.) folgen wird, werden die Änderungen ab dem 1. Januar 2022 gelten. 

Über die Frage der Besteuerungsart für Ihren land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb können Sie jedes Jahr entscheiden. Kommen Sie bei Ihren Überlegungen, die Sie am besten gemeinsam mit einem Steuerberater angestellt haben, zu dem Entschluss, dass sich ein Wechsel – egal, in welche Richtung – für Sie lohnt, sind Sie allerdings für fünf Jahre an die neue Besteuerung gebunden.

Sich mit diesem Spezialfall des Steuerrechts zu beschäftigen, ist mühsam und muss sicher nicht jedes Jahr auf Ihrer betriebswirtschaftlichen Agenda stehen. Diesmal steht zum Jahreswechsel jedoch eine Absenkung des Pauschalierungssatzes von 10,7 Prozent auf 9,5 Prozent bevor. Für pauschalierende Landwirte ist damit eine höhere Steuerlast verbunden, die sie zumindest als Gelegenheit nutzen können, um über den Wechsel zur Regelbesteuerung nachzudenken. Stellt sich dabei heraus, dass ein Wechsel von Vorteil wäre, läuft die Frist für eine Information des Finanzamts bis zum 10. Januar 2022.

Die Entscheidung ist letztlich von den Gegebenheiten des einzelnen Betriebs abhängig. Ein paar allgemeine Hinweise zu den Vor- und Nachteilen der beiden Möglichkeiten sind außerdem hier zusammengestellt:

Einhaltung der Frist für Optionserklärung wichtig

Wie das Beratungsunternehmen Ecovis informiert, schreibt das Umsatzsteuergesetz keine bestimmte Form für die Bekanntgabe der Umstellung vor. Um die Optionserklärung nachweisen zu können, empfiehlt Ecovis aber eine Mitteilung auf schriftlichem Wege. Die jährliche Frist bis zehn Tage nach Ablauf eines Kalenderjahrs müsse eingehalten werden. So habe das Landesamt für Steuern (LfSt) Niedersachsen in einer Verfügung vom Juli 2021 erklärt, dass die Frist von der Finanzverwaltung generell nicht verlängert werde.

Darüber hinaus habe das LfSt Niedersachsen laut Ecovis klargestellt, dass beim Verkauf eines alten Betriebs und Kauf eines neuen Betriebs innerhalb eines Jahres in beiden Fällen die Regelbesteuerung angewandt werde. Auch wenn es keinen Wechsel des Betriebs gibt, sondern ein neuer Betrieb hinzukommt, gelte die Regelbesteuerung für beide Unternehmen. „Kaufen Landwirte zu ihrem pauschalierenden Betrieb einen weiteren Betrieb hinzu, für den der alte Betriebsinhaber zur Regelbesteuerung optiert hatte, geht die Regelbesteuerung auf den Käufer über. Diese gilt dann nicht nur für den neu übernommenen Betrieb, sondern „infiziert“ auch die Besteuerung des ursprünglichen Betriebs“, heiße es aus Niedersachsen.

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