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+++ Aktualisiert: 14:15 Uhr +++

Rentenbank: Ab dem zweiten Halbjahr Kredite zu Negativzinsen möglich

Ein neuer Stall für die Schweinehaltung
am Mittwoch, 28.04.2021 - 12:52 (Jetzt kommentieren)

Ab Juli wird die Rentenbank ihre Investitionskredite den Hausbanken voraussichtlich zu Negativzinsen bereitstellen.

Vorstandssprecher Horst Reinhardt aor Mikrofonen

Das teilte der Vorstandssprecher der Landwirtschaftlichen Rentenbank, Dr. Horst Reinhardt, heute (28.4.) in der Bilanzpressekonferenz des Kreditinstituts mit. Reinhardt zufolge haben die Banken die technischen Voraussetzungen geschaffen, um negativ verzinste Darlehen durchzureichen. Der Startschuss könnte zum 1. Juli 2021 fallen.

Reinhardt schränkte ein, dass die Hausbanken auf den negativen Einstandssatz für die Darlehen der Rentenbank eine risikoabhängige Marge aufschlagen. Die genaue Höhe des Zinssatzes sei somit die Entscheidung der Banken vor Ort. Der Einstandszinssatz für die Banken werde aber unter die Nulllinie sinken. Dadurch könnte die heutige gültige 1-Prozent-Schwelle für Förderdarlehen bei Endkunden sehr guter Bonität künftig unter 1 Prozent fallen, werde voraussichtlich aber positiv bleiben.

Bisher behilft sich die Rentenbank mit Investitionszuschüssen, um ihre extrem günstigen Finanzierungskonditionen trotz eines nominalen Nullzinssatzes an die Landwirte weiterzugeben. Dabei erhält der Kreditnehmer zu Beginn der Laufzeit einen einmaligen verlorenen Zuschuss.

Mehr als 31.000 Anträge im Investitionsprogramm Landwirtschaft

Im ersten Quartal 2021 hat die Rentenbank durch die beiden Investitionsprogramme des Bundes für die Forst- und Landwirtschaft eine Sonderkonjunktur erfahren. Das Neugeschäft mit Förderkrediten wuchs mit zweistelligen Raten.

Wie Bereichsvorstand Nikola Steinbock mitteilte, haben sich im Investitionsprogramm Landwirtschaft mehr als 31.000 Antragsteller für einen Investitionszuschuss registriert. Die Registrierung für die zweite Antragsphase wurde am 21. April geschlossen. Derzeit läuft das Interessenbekundungsverfahren. Weitere Anträge werden in den Jahren 2022 bis 2024 möglich sein.

Nicht wieder geöffnet wird hingegen das Investitionsprogramm für den Wald. Die Mittel sind durch die im November 2020 eingegangenen Anträge ausgeschöpft.

Förderkredite wurden trotz der Corona-Pandemie stabil nachgefragt

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Landwirtschaftliche Rentenbank trotz der Corona-Pandemie eine stabile Nachfrage nach ihren Förderdarlehen. "Wir sind mit dem Geschäftsverlauf 2020 insgesamt zufrieden", sagte Reinhardt.

Das Neugeschäft mit zinsgünstigen Programmkrediten blieb mit 6,0 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahr praktisch unverändert. Im Bereich „Landwirtschaft“ ging die Kreditnachfrage jedoch deutlich um 4,7 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro zurück. Während Finanzierungen für Maschinen stärker gefragt waren, sank die Nachfrage nach Förderdarlehen für Gebäude und Flächenkauf.

Zuwächse verbuchte die Fördersparte „Ländliche Entwicklung“. Hier stieg das Neugeschäft um 7,1 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro. Die Kredite werden insbesondere für Infrastrukturmaßnahmen im ländlichen Raum eingesetzt.

In der Sparte „Erneuerbare Energien“ blieb das Neugeschäft mit 0,9 Mrd. Euro (0,9 Mrd. Euro) stabil. Ein Rückgang der Förderdarlehen bei Fotovoltaik und Biogas wurde durch eine um 83 Prozent höhere Nachfrage nach Windkraftfinanzierungen kompensiert.

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