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Bilanzpressekonferenz

Rentenbank: Corona-Hilfen stehen im Fokus

Beleuchtetes Gebäude Rentenbank
am Dienstag, 28.04.2020 - 13:11 (Jetzt kommentieren)

Im Bereich „Landwirtschaft“ hat die deutsche Rentenbank ihre Fördertätigkeit ausgebaut. Seit Mitte März 2020 gibt es außerdem ein Programm, das die Folgen der Corona-Pandemie abfedern soll.

Das Förderneugeschäft der Landwirtschaftlichen Rentenbank stieg im Geschäftsjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr leicht auf 10,6 Mrd. Euro. Das darin enthaltene Programmkreditgeschäft ging zurück, da insbesondere das Neugeschäft in der Fördersparte „Erneuerbare Energien“ deutlich sank. Im Kernbereich „Landwirtschaft“ konnte die deutsche Förderbank für die Agrarwirtschaft und den ländlichen Raum ihre Fördertätigkeit dagegen ausbauen.

Seit Mitte März 2020 können betroffene Betriebe mit Darlehen aus dem Liquiditätssicherungs-Programm der Rentenbank die Folgen der Corona-Pandemie abfedern. Diese sind seit Mitte April auch mit einer Bürgschaft kombinierbar. Das Programm steht Betrieben aus Landwirtschaft, Wein- und Gartenbau, Forstwirtschaft, Aquakultur und Fischerei offen.

„Die Agrarwirtschaft steht für Versorgungssicherheit. Es ist auch deshalb so wichtig, dass grundsätzlich gesunde Betriebe die Krise überstehen“, sagte Dr. Horst Reinhardt, Sprecher des Vorstands der Rentenbank auf der Bilanzpressekonferenz.

Weniger Kredite für Schweineställe, Milch relativ stabil

In der Fördersparte „Landwirtschaft“ finanziert die Bank vor allem klassische landwirtschaftliche Investitionen. Hier stieg das Neugeschäft trotz der schwierigen Rahmenbedingungen um 2,7 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro an. Der Schwerpunkt der Finanzierungen lag mit rund 722 Mio. Euro (Vorjahr: 736 Mio. Euro) weiter auf den Gebäudeinvestitionen.

Bei Rinder- und Milchviehställen erreichte die Kreditnachfrage mit 269 Mio. Euro (Vj: 269 Mio. Euro) das Vorjahresniveau. Hintergrund ist das moderate Preisniveau für Milch, das sich im Jahr 2019 nach volatilen Jahren stabilisierte.

Die Zusagen für Geflügelställe stiegen auf 115 Mio. Euro (89 Mio. Euro) an. Die Kreditzusagen für Schweinestalle sanken dagegen deutlich auf 67 Mio. Euro (80 Mio. Euro). Trotz zuletzt gestiegener Erzeugerpreise hemmen bei Schweinen insbesondere rechtliche Unsicherheiten die Investitionsbereitschaft der Betriebe.

Maschinenkredite weiter gut nachgefragt

Kartoffelacker

Programmkredite für Maschinen wurden mit 590 Mio. Euro (580 Mio. Euro) weiterhin kräftig nachgefragt. Auch das Neugeschäft mit Krediten für den Grunderwerb stieg. Es zog um 12 % an und erreichte 549 Mio. Euro (490 Mio. Euro).

Obwohl das Berichtsjahr 2019 insgesamt zu trocken war und zusammen mit dem Jahr 2014 das zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war, verbesserte sich die Erntesituation im Vergleich zum extremen Dürrejahr 2018. Daher fragten die Betriebe weniger Liquiditätssicherungs-Darlehen nach. Die Rentenbank vergab 98 (318) Darlehen über insgesamt 10,2 Mio. Euro (30,8 Mio. Euro).

Im Mai 2019 erweiterte die Bank ihre Aktivitäten und etablierten eine eigenständige Fördersparte „Forstwirtschaft“. Damit sollen Waldbesitzer, forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse und Waldgenossenschaften sowie Pächter von Waldflächen noch gezielter bei der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen unterstützt werden. Im Berichtsjahr vergab die  Bank in dieser Sparte Förderdarlehen in Höhe von 25 Mio. Euro.

Einbruch bei Erneuerbare Energien

Windräder auf Ackerfläche

Das Neugeschäft in unserer Fördersparte „Erneuerbare Energien“ ging 2019 weiter zurück. Es sank um gut ein Drittel auf 0,9 Mrd. Euro (1,4 Mrd. Euro). Die Branche ist insgesamt stark abhängig von politischen Rahmenbedingungen. Die bereits mehrere Jahre zurückliegenden Änderungen am EEG sowie schleppende Genehmigungsverfahren führten dazu, dass 2019 nur noch 325 neue Windkraftanlagen errichtet wurden. Das ist der niedrigste Zuwachs seit der Einführung des EEG im Jahr 2000.

In der Fördersparte „Ländliche Entwicklung“ ging das Neugeschäft um gut 10 % auf 1,7 Mrd. Euro (2,0 Mrd. Euro) zurück. Hier führte die verbesserte Finanzlage der Kommunen zu einem geringeren Finanzierungsbedarf.

Nachhaltige Vorhaben unterstützt die Rentenbank mit besonders günstigen „Top-Konditionen“. 2019 finanzierte man Investitionen in den Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz über insgesamt 321 Mio. Euro (397 Mio. Euro). Auf die Tierhaltung entfielen 119 Mio. Euro (114 Mio. Euro). Die Investitionen in den onkologischen Landbau stiegen leicht auf 84 Mio. Euro an (82 Mio. Euro).

Trotz des deutlichen Rückgangs bei den erneuerbaren Energien forderten man im Geschäftsjahr 2019 nachhaltige Vorhaben von 1,2 Mrd. Euro (1,8 Mrd. Euro). Damit floss ein Fünftel des Förderneugeschäfts mit Programmkrediten in nachhaltige Investitionen.

Förderung von Innovationen

Innovationen und technischer Fortschritt sind für eine zukunftsfähige und nachhaltige Entwicklung der Agrarwirtschaft entscheidend. Deshalb unterstützt die Rentenbank praxisrelevante Forschungsprojekte mit Beteiligung von Partnern aus der Wirtschaft. Die Innovationsförderung basiert auf Zuschüssen. Diese summierten sich 2019 auf 14,4 Mio. Euro (19,5 Mio. Euro). Darüber hinaus stellte die Rentenbank zusätzliche Mittel für laufende Projekte bereit, die bereits in den Vorjahren begonnen wurden.

Nach dem Erfolg im Jahr 2018 wurde der auf Agrar-Start-ups zugeschnittenen „Accelerator“ auch 2019 wiederholt. Zehn ausgewählte „AgTechs“ und „FoodTechs“ nahmen teil. Die Geschäftsideen der Start-ups reichten von alternativen Proteinquellen über neue Ansätze zum effizienten Pflanzenschutz und einen digitalgetriebenen Service für professionelle Bestäubung (BEEsharing) bis zu einer Plattform für Landmaschinen-Ersatzteile.

Die Bank will  das Format als wichtigen Baustein der Innovationsförderung auch 2020 fortführen.

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