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Produktion und Förderung

Resistenzen beim Rapsglanzkäfer vermeiden

© landpixel
von , am
24.03.2014

Bei der Bekämpfung des Rapsglanzkäfers sollten Landwirte auch in diesem Jahr wieder die Resistenzvermeidung im Blick behalten. Wichtig ist dabei vor allem die Einhaltung der Richtwerte.

Der Zuflug von Rapsglanzkäfer wird erwartet. © Mühlhausen/landpixel
Es stehen laut Julius-Kühn-Institut immer weniger Wirkstoffe für die Bekämpfung von Schadinsekten wie Rapsglanzkäfer zur Verfügung, so dass ein erhöhter Selektionsdruck auf Resistenz hin entsteht. Es müssen also vermehrt Resistenzvermeidungsstrategien beachtet werden, da sich Resistenzbildung bei Schadinsekten zukünftig nur noch durch abgestimmte Vorgehensweisen bei der Bekämpfung lösen lassen werden. Als zentrale Bausteine der Antiresistenzstrategie empfiehlt das Julius-Kühn-Institut:
  • Einhaltung der Schwellenwerte
  • Vermeidung unnötiger Anwendungen
  • Wechsel zwischen Insektiziden mit unterschiedlichen Wirkmechanismen
  • Keine Zumischung von Additiven (sogenannten Formulierhilfsstoffen)
  • Keine Behandlung bei Temperaturen über 25 Grad Celsius

94 Prozent Resistenzanteil

Derzeit seien weite Bereiche der Bundesländer von hoch resistenten Populationen dominiert, so das Ergebnis einer Studie des Julius-Kühn-Instituts. Seit Beginn der Untersuchung im Jahr 2006 nahm die Zahl der empfindlichen Populationen kontinuierlich ab. "Der Anteil an resistenten und hoch resistenten Populationen stieg von bereits 67 Prozent im Jahr 2006 bis auf das heutige Niveau von 94,1 Prozent an." Die Ergebnisse des Monitorings dokumentieren eine kontinuierliche Zunahme der Resistenz in der Fläche und Intensität, die trotz der allgemein empfohlenen Antiresistenzstrategie noch nicht zum Stillstand gekommen sei.
 
Bekämpfungsrichtwerte
 
Der Große Rapsstängelrüssler hat einen Bekämpfungsrichtwert von 5 Käfern pro Gelbfangschale mit Gitter in drei Tagen. Nach einem Reifungsfraß von 7 -10 Tagen legen die Weibchen die Eier in die Stängel ab. Eine Bekämpfung muss vor der Eiablage erfolgen. Der Gefleckte Kohltriebrüssler muss ebenfalls vor der Eiablage bekämpft werden. Der Kohltriebrüssler legt die Eier vorzugsweise in die Blattstiele. Aus diesen entwickeln sich später die Nebentriebe. Der Bekämpfungsrichtwert für den Kohltriebrüssler ist höher und liegt bei 15 Käfern pro Gelbfangschale in 3 Tagen. Treten beide Schädlinge auf, muss sich nach dem Stängelrüssler gerichtet werden, um Schäden zu vermeiden. Der Rapsglanzkäfer trat in den vergangenen Jahren oft nur einige Tage später als die Rüssler auf. Zu diesem frühen Zeitpunkt ist er für die Bestände noch nicht schädlich. Erst mit erscheinen der Knospen können Schäden auftreten. Im frühen Knospenstadium oder bei kleinen Knospen zerbeißt er die Kelch- und Blütenblätter.

Bienenschutz beachten

Jeder Anwender habe den Bienenschutz unter Beachtung der verbindlichen B-Auflagen strikt zu berücksichtigen. Darauf verweist die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP). Bei Tankmischungen mit Additiven oder Fungiziden kurz vor oder während der Blüte dürften nur solche Mischungen eingesetzt werden, die im Hinblick auf den Bienenschutz sicher seien.
 
Die Ausbringung von bienenungefährlichen und damit als B4 eingestuften Mitteln solle in die Abendstunden verlegt werden, wenn sich die Bienenflugaktivität verringert habe. Mit Blick auf Starkbefallsgebiete des Rapsglanzkäfers, in denen B1-Insektizide zur Anwendung kommen sollen, wies die UFOP auf das Anwendungsverbot ab Beginn der Blüte hin. Ein Bestand gelte als "blühend", wenn darin eine Pflanze - auch eine Unkrautpflanze - blühe.
 

Vegetationsreport: Jetzt Gelbschalen im Raps checken (April 2013)

 
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