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Produktion und Förderung

Rheinland-Pfalz: Tierseuchenkasse weitet Leistungen aus

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von , am
19.11.2013

Kreuznach - Rheinland-pfälzische Rinderhalter erhalten künftig einen Zuschuss für die Impfung gegen die Bovine Virus-Diarrhoe, Ziegenhalter bekommen Hilfe bei der Bekämpfung der Pseudotuberkulose.

Um den Impfkostenzuschuss zu erhalten, muss die Impfung vom Rindergesundheitsdienst befürwortet werden. © landpixel
Die Tierseuchenkasse in Rheinland-Pfalz wird ihre Leistungen künftig ausweiten. Rinderhalter, die von einem Ausbruch der Bovinen Virus-Diarrhoe (BVD) betroffen sind, erhalten von der Tierseuchenkasse einen Zuschuss für Impfungen, um die Ausbreitung der Erkrankung im eigenen Bestand, das gehäufte Auftreten von BVD-Dauerausscheidern und die weitere Verbreitung der Seuche zu verhindern.
 
Das haben die Vertreter der Tierseuchenkasse vergangene Woche auf ihrer Herbstversammlung in Bad Kreuznach beschlossen.

BVD: Vorgehen mit Gesundheitsdienst besprechen

Empfohlen wurde, dass die Betriebe ihre Bestände direkt nach dem Auftreten des ersten positiven BVD-Befundes impfen lassen sollten. Erfolge die erste Impfung des Bestandes spätestens vier Wochen nach erstem positivem BVD-Befund, gebe es einen Zuschuss von 2,50 Euro pro Impfung für bis zu drei Impfungen.
 
Allerdings müsse die vom Hoftierarzt durchzuführende Impfung von dem besonders in der BVD-Bekämpfung engagierten Rindergesundheitsdienst befürwortet werden. Deshalb riet die Tierseuchenkasse den betroffenen Landwirten, sich rechtzeitig mit dem Gesundheitsdienst in Koblenz in Verbindung zu setzen, um das weitere Vorgehen abzusprechen.

Pseudotuberkulose: Plan bis zum Frühjahr erarbeiten

Zudem wird es für die Ziegenhalter Hilfe bei der Bekämpfung der wirtschaftlich bedeutsamen und weit verbreiteten Pseudotuberkulose geben. Die Verwaltung der Tierseuchenkasse wurde beauftragt, in der nächsten Frühjahrssitzung den Vertretern einen konkreten Plan zur Bekämpfung der Krankheit und zur Mitfinanzierung der Maßnahmen vorzulegen.

Zukunft des Zweckverbandes Tierkörperbeseitung unklar

Ein weiteres Thema auf der Versammlung war die Tierkörperbeseitigung, die in Rheinland-Pfalz - ähnlich wie in Hessen und dem Saarland - im Rahmen der so genannten Drittellösung zu einem erheblichen Teil von der Tierseuchenkasse finanziert wird.
 
Unklar bleibe, wie es mit dem Zweckverband Tierkörperbeseitigung weitergehen werde, da die EU-Kommission immer härter daran arbeite, die derzeitige Organisation der Tierkörperbeseitigung auf Zweckverbandsbasis zu beenden und die Beseitigung auf dem freien Markt auszuschreiben.
 
Nach Ansicht der Tierseuchenkasse ist dieser Markt allerdings kaum frei, da er nur noch in den Händen von zwei europa- bis weltweit agierenden Großunternehmen mit noch weiteren Konzentrationstendenzen liege. Zumindest sei absehbar, dass sich Tierhalter und Schlachtbetriebe in jedem Fall schon in naher Zukunft auf große Veränderungen bei der Tierkörper- und Schlachtabfällebeseitigung einstellen müssten. Noch sei aber unklar, wie diese Veränderungen aussehen würden.
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