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Produktion und Förderung

Mit Schafhaltung Geld verdienen

von , am
24.12.2013

Familie Steiner wagte es vor drei Jahren ihre Hüteschafhaltung um eine Milchschafherde zu erweitern. Dieses Jahr haben sie die Käserei fertiggebaut, um die Schafprodukte zur Direktvermarktung selbst herzustellen.

 
"In einer Nacht- und Nebelaktion fuhren wir in die Nähe von Köln zu einer Bestandsauflösung", berichtet Landwirt Thomas Steiner. Er und seine Frau Regina hatten ein Inserat in der Zeitschrift Schafzucht entdeckt. Angeboten wurde eine Milchschafherde von 100 Lacaune-Schafen. Es ist eine französische Schafrasse, deren Milch zu Roquefort verkäst wird. Die Tiere sind sehr robust und nicht anfällig für die Lungenkrankheit Maedi Visna. Dass die Lacaune-Schafe mit durchschnittlich etwa 300 Liter Milch pro Tier im Jahr hinter der Milchleistung der Ostfriesischen Milchschafe liegen, stört Steiners nicht. "Daran und an der Euterform arbeiten wir.", erklärt Regina Steiner ihre Zucht. Die Lacaune-Schafe zogen im alten, umgebauten Milchviehstall ein. Den Melkstand hat der Schäfer selbst gebaut, denn für französische Rasse sind die vorhandenen Melkstände zu groß.
 

Verarbeitung und Direktvermarktung

Dieses Jahr im April haben die Schafhalter ihre eigene Käserei fertiggebaut. Dort verarbeiten sie ihre Schafsmilch zu Joghurt und Käseprodukten für die Direktvermarktung. Zuerst verkästen die Steiners die Schafmilch bei einem Schwager in der Nähe von Traunstein. Das war zeitaufwendig und mühsam. Der Bau hat etwa 150.000 Euro und eine Menge Kopfzerbrechen gekostet. "Der Schritt zur eigenen Verarbeitung und Direktvermarktung war trotz allen Hindernissen richtig", bekräftigt Regina. Gleichzeitig ist es eine Herausforderungen Kunden nur mit Schafprodukten zu gewinnen. Die Vorurteile gegenüber Käse und Fleisch, die nach Stall schmecken, sind noch sehr in den Köpfen der Menschen verankert. "Das versuche ich aufzubrechen, indem ich probieren lasse. Dann merken die Kunden plötzlich, dass sie keinen alten Schafbockgeschmack im Mund haben", schmunzelt Regina.
 

Schafe beweiden Naturschutzflächen

Mit der Herde von etwa 700 Schafen beweiden die Steiners 120 Hektar der Naturschutzflächen des ehemaligen Truppenübungsplatz Landshut. Im Jahr 1990 hat Reginas Vater die Flächen von der Stadt Landshut zur Pacht bekommen. "Ein Glücksfall. An solche Flächen kommen Schäfer nur sehr schwer", erinnert sich Regina.
 
Der Flächenmangel macht es den Wanderschäfern heute schwer. "Seitdem die Bauern keine Flächen mehr stilllegen müssen, wurde jeder Quadratzentimeter umgeackert. Der Stillegungsaufwuchs fehlt jetzt als Futtergrundlage", legt Thomas die aktuelle Situation dar. "Nur vom Verkauf der Wolle und es Fleisches könnten wir nicht leben. Solange wir die Prämien für die Pflege der Naturschutzflächen bekommen ist es ok. Wenn das ausgesetzt wird, sind die Merinos morgen weg", macht Thomas klar.
 
Den vollständigen Artikel lesen Sie in der kommenden Ausgabe des bayerischen landwirtschaftlichen Wochenblatts...
 

Wanderschäfer - "Schöner, aber schwerer Beruf"

 
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