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Produktion und Förderung

Schmallenberg-Virus: Das müssen Sie wissen

von , am
24.02.2012

Ein neues Virus verunsichert Tierhalter: Das Schmallenberg-Virus. Während es bei erwachsenen Tieren einen milden Verlauf nimmt, kommen Nachkommen mit schweren Missbildungen zur Welt.

Eine genetische Ursache für erhöhte Kälberverluste, genannt Cholesterin Defizit, wurde bei der Rinderrasse Holstein aufgedeckt. © Mühlhausen/landpixel
Im November 2011 stellte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) erstmals das Auftreten des Virus bei Rindern fest. Viele Fragen sind ungeklärt. Bekannt ist inzwischen, wovon die Krankheit übertragen wird: Das Institut für Tropenmedizin in Antwerpen hat den Erreger in den Gnitzen-Arten Culicoides obsoletus, C. dewulfi und C. pulicaris nachweisen - drei der fünf Arten, die auch die Blauzungenkrankheit übertrugen (siehe agrarheute.com vom 19. März: Identifiziert - Überträger des Schmallenberg-Virus ...)

Reproduktionsmanagement könnte helfen

Da das Virus vor allem bei Föten schwere Schäden verursacht, könnte ein entsprechendes Reproduktionsmanagement helfen, sagt Dr. Franz Conraths, Leiter des Instituts für Epidemiologie des Friedrich-Loeffler Instituts: "Wir müssen prüfen, ob durch ein bestimmtes Management der Reproduktion das Risiko einer interuterinen Infektion gemindert werden kann. Wenn es sich für Betriebe einrichten lässt, den Besamungszeitpunkt so zu legen, dass die Föten nicht in dem empfindlichen Zeitpunkt für die Infektion liegen, wird man möglicherweise verhindern können, dass solche schwerwiegenden Krankheitserscheinungen im nächsten Jahr auftreten."
 
Außerdem rät das FLI Schaf- und Rinderzüchtern, im Sommer Schutzmittel gegen blutsaugende Insekten einzusetzen. Man geht davon aus, dass infizierte Tiere einen Immunschutz ausbilden, da man nach der Infektion neutralisierende Antikörper gegen das Virus nachweisen kann. Die Dauer dieser Immunität ist jedoch noch nicht bekannt.
 
 
Symptome
 
Übertragen wird das Virus von blutsaugenden Insekten wie Stechmücken und Gnitzen und führt anfangs zu Fieberanfällen. Das ganze Ausmaß der Seuche zeigt sich jedoch beim Nachwuchs. Während die Muttertiere oft gesunden, kommt es bei den Nachkommen zu starken Missbildungen, Früh- und Totgeburten.
 
Der Fötus des Schafes infiziert sich wahrscheinlich zwischen dem 25. und 45. Tag über das Muttertier. Bei Kälbern liegt der empfindliche Zeitpunkt zwischen dem 55. und 110. Tag.
 

Aufklärungsvideo der Stiftung tierärztliche Hochschule Hannover


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