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Produktion und Förderung

Schneller Nachweis von Herbizidresistenzen

von , am
24.11.2014

Magdeburg - Beim DuPont-Regionalsymposium wurde eine neues System zum Nachweis von Herbizidresistenzen vorgestellt. Ein Sensor auf dem Feld und ein Laboranalyse zeigen, ob Unkräuter Resistenzen gegen das Herbizid aufweisen.

Der Prototyp des Sensors zur Feststellung herbizidresistenter Unkräuter stieß auf großes Interesse. © Catrin Hahn
Bei der Abschlussveranstaltung der DuPont-Regionalsymposien im Magdeburger Herrenkrug drehte sich im ersten Tagungsblock alles um das Thema Pflanzenschutz. Die Brüsseler Kahlschlagspolitik, als die sich die seit 2009 gültige Pflanzenschutzgesetzgebung präsentiert, kostet nach Szenarien des Industrie Verband Agrar in den nächsten fünf Jahren massiv Wirkstoffe und Pflanzenzschutzmittel: Von den zehn heute meistverkauften Getreidefungiziden würden neun aus dem Markt verschwinden, Ende des Jahrzehnts seien noch ein Viertel der heute eingesetzten Produkte übrig. Die Zahl der Phytophthora-Produkte in Kartoffeln würde halbiert. Bei den Kartoffelherbiziden wäre in fünf Jahren noch die Hälfte der Produkte auf dem Markt, was die Resistenzproblematik weiter verschärfen würde.

Sensormessung im Feld analysiert die Pflanzen

Herbizidstrategien und Resistenzvermeidung nahmen bei den anschließenden Vorträgen einen breiten Raum ein. Der drohende Wirkstoffkahlschlag aus Brüssel wird um den Fakt ergänzt, dass von der Forschung auf absehbare Zeit nichts zu erwarten ist. Seit 2001 wurde keine herbizide Wirkstoffklasse mehr zugelassen und in den nächsten zehn Jahren ist auch keine zu erwarten. Ein Lichtblick ist angesichts dieser düsteren Aussichten die Neuentwicklung des Stuttgarter Unternehmens IDENTXX, das ein System zum schnellen Nachweis von Herbizidresistenzen entwickelt hat: Das in Kooperation mit der Uni Hohenheim und verschiedenen Wirtschaftspartnern entstandene System besteht aus einer Sensormessung im Feld kurz nach der Herbizidapplikation und einer schnellen molekularbiologischen Analyse ungeschädigter Pflanzen.

System ab 2016 auf dem Markt

Der Sensor "Weed PAM" misst dabei den Stressstatus der gespritzten Unkräuter und liest daraus die Wirksamkeit der Behandlung ab. Die im zweiten Schritt eingesandten  - möglicherweise resistenten - Unkräuter werden im Labor der TSR-Analyse unterzogen. Sie kann innerhalb weniger Tage bestimmen, ob eine Pflanze gegen das Herbizid resistent ist. Eine Anwort aus dem Labor mit Handlungsempfehlungen ist innerhalb einer Woche zu erwarten. Das System, dass sich momentan im Endstadium der Entwicklung befindet, ist voraussichtlich ab Frühjahr 2016 am Markt. Preise sind allerdings schon erhältlich: der Sensor wird inklusive Laptop und Software etwa 21.000 Euro kosten, ein TSR-Analyse je nach Stichprobengröße etwa zehn Euro.

Insektizide Beize in der Zulassung

Als Lichtblick für alle, die in diesem Herbst große Probleme mit Insektenbefall im Raps hatten, kündigte Dr. Hans Drobny, den neuen insektiziden Wirkstoff Cyazypyrmit breitem Wirkungsspektrum an. Das umfasst praktisch alle beißenden Schädlinge in verschiedenen Entwicklungsstadien sowie eine Reihe wichtiger saugender Schädlinge. Im Raps ist mit diesem Wirkstoff das Beizmittel Lumiposa in der Zulassung. Mit einem neuen Wirkungsmechanismus, zuverlässiger Kontrolle von Kohl- und Rapserdfloh, Kohlfliege und Rübsenblattwespe, hoher Regenfestigkeit, schnellem Fraßstopp und weiteren Vorteilen ist Lumiposa ein wichtiger Baustein für das Resistenzmanagement. Die Zulassung wird aber wahrscheinlich noch nicht im nächsten Herbst vorliegen.
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