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Produktion und Förderung

Seit Neonikotinoid-Verbot: Insektizid-Einsatz vervierfacht

von , am
13.04.2015

Laut den Ergebnissen einer Umfrage hat sich der Einsatz von Insektiziden in Deutschland seit Inkrafttreten des Verbots von Neonikotinoiden vervierfacht. Rund 90 Prozent der deutschen Rapsfläche waren im Herbst vom Rapserdfloh befallen.

Die deutschen Landwirte spritzten 2014 vier mal mehr Insektizide. © krick/agrar-press
Als Folge des seit Dezember 2013 geltenden EU-weiten Verbots der neonikotinoiden Beize von Rapssaatgut ist der Einsatz anderer Insektizide in Deutschland und Großbritannien zur Bekämpfung des Rapserdflohs enorm angestiegen. Darauf hat das Marktforschungsinstitut Kleffmann Group unter Berufung auf die Ergebnisse einer eigenen Umfrage im Herbst 2014 unter mehr als 1.100 deutschen und 400 britischen Rapsanbauern hingewiesen.
 
Demnach hat sich der Einsatz von Insektiziden in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht und in Großbritannien verdoppelt.

Ideale Bedingungen für den Rapserdfloh

Grund für den hohen Einsatz von Insektiziden war der starke Befall des Rapserdflohs. Die Kombination aus einem milden Winter und hohen Temperaturen von März bis Mai habe 2014 ideale Bedingungen für die Eiablage und die Entwicklung des Schädlings geschaffen. Dann habe das warme und trockene Wetter im Herbst die Vermehrung des Schädlings begünstigt. Außerdem führe der Massenwechsel alle sieben bis neun Jahre zu einem starken Aufbau der Population. Einen Hinweis auf einen solchenAnstieg habe das vermehrte Auftreten des Rapserdflohs in den Gelbschalen seit 2012 gegeben. Deshalb habe das Verbot der neonikotinoiden Beizen deutliche Auswirkungen.

Bilanz: Rapserdfloh auf 90 % der Fläche

In Deutschland stellten die Landwirte laut Kleffmann regional auf mindestens 75 % und bundesweit auf 90 % der Winterrapsfläche von insgesamt 1.309 Millionen ha einen Befall mit dem Rapserdfloh fest. Davon waren etwa 388.000 ha stark befallen und 780.000 ha leicht bis mittel.
 
Besonders betroffen seien die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern mit einer Befallsrate von 97 Prozent (%), Brandenburg, Sachsen und Schleswig-Holstein mit jeweils 93 % sowie Sachsen- Anhaltmit 92% der Anbaufläche gewesen. Besser seien die Ergebnisse für Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ausgefallen, wo sich die Anteile der befallenen Flächen auf 77 % und 80 % beziehungsweise 82 % belaufen hätten.
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