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Altersvorsorge

So funktioniert die Riester-Rente in der Landwirtschaft

gestapeltes Geld
© agrarfoto
von , am
13.06.2017

Die Riester-Rente kann besonders für junge Familien mit Kindern durchaus attraktiv sein. Auch Landwirte dürfen "riestern". Damit Sie alle Förderzulagen erhalten, müssen Sie auf Folgendes achten.

Grundsätzlich gilt für die Riester-Rente:

  • Maximal 4% des rentenversicherungspflichtigen Einkommens abzüglich Zulagen, mindestens 60 €, sind jährlich einzubezahlen.
  • Der maximal förderfähige Betrag beträgt 2.100 € inklusive Zulagen.
  • An Grundzulage werden 154 € pro Jahr gewährt.
  • Dazu kommen für jedes bis 2007 geborene Kind 185 €, für jedes ab 2008 geborene Kind 300 €.

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat erklärt, welche Hürden zu beachten sind.

Riester-Hürde 1: Alterskassennummer angeben

Auf dem Zulagenantrag wird nach der Sozialversicherungsnummer des Antragstellers gefragt. Anhand dieser prüft die ZfA, ob der Antragsteller Rentenvericherungsbeiträge zur Deutschen Rentenversicherung geleistet hat und somit zulagenberechtigt ist. Wird festgestellt, dass unter der Sozialversicherungsnummer im betreffenden Jahr keine Beiträge verbucht wurden, ist er erst einmal nicht förderberechtigt.

Nur wer weiter unten im Antrag die Mitgliedsnummer der landwirtschaftlichen Alterskasse angibt, bei dem prüft die Zulagenstelle, ob dort Rentenbeiträge geleistet wurden und somit doch Altersvorsorgezulagen erhalten werden können. Ist die Mitgliedsnummer nicht auf dem Zulagenantrag angegeben, fließen oft unbemerkt jährlich Beiträge in den Vertrag und im Folgejahr wieder ab.

Die verlorenen Zulagen können durch einen formlosen Festsetzungsantrag wieder geltend gemacht werden. Ausschlussfrist ist ein Jahr nach Erhalt der Bescheinigung nach § 92 ESt.

Riester-Hürde 2: Richtiger Eigenbetrag

Die staatliche Zulage erhält, wer in einen riesterzertifizierten Vertrag vier Prozent seines sozialversicherungspflichtigen Einkommens des Vorjahres inklusive der Zulagen einzahlt.

Bei Landwirten sind davon abweichend die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft laut Steuerbescheid des Vorvorjahres maßgeblich. Das sozialversicherungspflichtige Einkommen beim Landwirt ist der Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft. Weitere Einkünfte beispielsweise aus Gewerbebetrieben (z.B. Photovoltaik) oder Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung bleiben außen vor. Denn die Alterskassenpflicht entsteht durch die landwirtschaftliche Tätigkeit, nicht durch den Gewerbebetrieb.

Andersherum ist es bei einem Nebenerwerbslandwirt, der sich durch seine Arbeitnehmertätigkeit von der Alterskassenpflicht befreit hat. Er ist sozialversicherungspflichtig auf Grund seiner Arbeitnehmertätigkeit. Daher hat er vier Prozent von seinem Bruttolohn als Arbeitnehmer einzuzahlen und nicht von seinem landwirtschaftlichen Gewinn.

Riester-Hürde 3: Zahlungsberechtigung des Ehepartners

Besonders ist in der Alterskasse die Versicherungspflicht des Ehegatten des landwirtschaftlichen Unternehmers. Der nicht außerhalb des Betriebes tätige Ehepartner zahlt eigene Rentenbeiträge zur Alterskasse. Aus dieser Besonderheit heraus ist auch der Ehegatte des Landwirts unmittelbar riesterberechtigt.

Durch den unmittelbaren, eigenständigen Vertrag kann der Ehegatte mit Leistung des Sockelbeitrags von 60€ die Zulage erhalten. Der Landwirt muss gleichzeitig keine Riesterrente besparen. Hinzu kommen die Zulagen für die Kinder.

Beispiel:

  • Eigenbeitrag: 60€
  • Grundzulage: 154€
  • Kinderzulage 1: 185€
  • Kinderzulage 2: 300€
  • Gesamt: 699€

Endet der Kindergeldanspruch, so fällt auch die Kinderzulage weg. Grundsätzlich kann die Zulage auch im Vertrag des Vaters verbucht werden.

Riester-Hürde 4: Alterskassenbefreiung

Mit der Gründung oder Abspaltung eines gewerblichen Betriebes kann sich der Betriebsleiter von der Versicherungspflicht zur landwirtschaftlichen Alterskasse befreien lassen. Damit ist der Landwirt nicht mehr förderfähig. Er kann sein Rieser-Produkt ohne staatliche Zulagen weiterführen, oder beitragsfrei stellen. Eine Kündigung ist meist mit großen Verlusten verbunden, da die komplette Förderung zurückgezahlt wird.

 

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