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Facebook und Co.

So setzen Sie Social Media für ihren Betrieb richtig ein

agri EXPERTS/Bernadette Schweiger/agrarheute
am
16.12.2015

Zur gesellschaftlichen Akzeptanz und auch privat nutzen immer mehr Landwirte soziale Netzwerke. Hier erfahren Sie, was bei einem Social-Media-Auftritt zu beachten ist.

Wer Social-Media in einem spannungsgeladenen Umfeld wie der Landwirtschaft mit einem gesellschaftlichen Trend zu etwa veganer Ernährung richtig nutzen will, sollte vorher vieles bedenken. agri EXPERTS hat dazu basierend auf einer Studie die wichtigsten Punkte herausgearbeitet, auf was man bei der Nutzung von Social-Media achten sollte:

  • Die Netzgemeinde erwartet das Unerwartbare:
    Gewöhnliche Bilder oder Texte wirken schnell langweilig. Dafür können Betriebe mit Humor an unerwarteter Stelle punkten. Das wirkt sympathisch.
     
  • Who is who - Authentizität zählt:
    Es ist besser nicht zu versuchen, etwas darzustellen was man nicht ist oder was man als Betrieb nicht leisten kann. Stärken sollten herausgearbeitet werden - wie beispielsweise der Umgang mit Tieren oder die Modernität der Anlagen. Aber zu bedenken ist auch, dass Laien weniger mit landwirtschaftlichen hohen Standards anfangen können beziehungsweise sie erst gar nicht sehen. Im Gegensatz zu Fachleuten. Produktionstechnische Details, die in der Landwirtschaft einen großen Unterschied ausmachen, werden von Verbrauchern kaum wahrgenommen oder nicht verstanden.
     
  • Emotion vor Information - Person vor Organisation:
    Das Netz ist nicht nur eine Informationsplattform, die User wollen auch unterhalten werden. Da sind emotionale Inhalte oft interessanter als die reine Information. Und natürlich ist der Chef des Betriebs, der etwas präsentiert, interessanter als ein neuer Bürostuhl.

Social Media für Betriebe - Möglichkeiten zu posten

Man sollte nicht nur wissen was man postet, sondern auch wie und in welcher Form. Es gibt diverse Arten, auf einer Social-Media-Plattform etwas ins Internet zu stellen (= zu posten):

  • Reiner Text:
    Man schreibt etwas in die Maske und veröffentlicht den Text ohne Zusätze. Wichtig hierbei: Der Leser sollte etwas von der Information haben. Also besser: "In zwei Wochen feiern wir ein Hoffest. Für Essen und Getränke ist gesorgt!" als "Stehe im Stau :-(".
    Diese Form wird nur noch selten gewählt, da sie im Feuerwerk an Bildern und Videos kaum Aufmerksamkeit erregt.
     
  • Text mit Link:
    Die Regel lautet: Besser gut verlinkt, als schlecht selbst erfunden. Wer etwas Schönes oder Interessantes sieht, das zu seiner Präsenz im Internet passt und das er "teilen" möchte, kopiert den Link, schreibt bestenfalls einen kurzen Satz dazu und veröffentlicht im Web.
     
  • Text mit Bild oder Video:
    Mit eigens für den Online-Auftritt erstellten Bildern oder kurzen Videos interagieren User erwiesenermaßen mehr als mit jeder andern Form des Postings. Grund: Bilder sind schneller erfassbar und werden besser erinnert. Sie sind eben ein echter Hingucker und jeder weiß auf den ersten Blick beziehungsweise Klick, was der Absender meint. 

Social Media für Betriebe - Auswahl der Bilder

  • Aus unterschiedlichen Perspektiven aufgenommen etwa wirkt ein Schweinestall jedes Mal anders. Und auch die Bewertungen der Bilder von Fachleuten und Laien sind unterschiedlich.
  • Liegende Tiere etwa werden von Landwirten entspannt wahrgenommen, während sie von Verbrauchern als krank eingeschätzt werden. Das ist gut zu wissen für jemanden der etwas online stellt, denn auf die eigene Facebook-Seite kommen nicht nur Freunde, sondern auch Menschen, die mit der Landwirtschaft vielleicht bisher keine Berührungspunkte hatten.

Social Media für Betriebe - Auch noch gut zu wissen

Zu beachten ist auch, dass der, der etwas ins Netz stellt, Resonanz bekommt. Es ist schon vorgekommen, dass etwas vom Absender bei den Adressaten nicht so angekommen ist, wie es sollte - und eine Welle der Entrüstung losgetreten hat. Für den Absender ist es wichtig, reagieren zu können. Jeder, der eine Online-Präsenz bei Portalen wie Facebook betreibt, sollte deshalb jederzeit dialogbereit sein. Das kann schon mal recht aufwändig sein und sollte daher nicht unterschätzt werden.

Social Media für Betriebe - ein Praxisbeispiel

Wie man in einem viel diskutierten Umfeld auf Facebook einen richtig guten Auftritt hinlegt? Das zeigt zum Beispiel die Bundesregierung. Dort gibt es viele Postings mit Foto- oder Video-Anhängen - auch solche, die zunächst Mal nichts mit der Arbeit der Regierung zu tun hat. Ein schwarz-rot-goldener Staubwedel hat beispielsweise besonders viele Likes.

"Wir wollen Sie so nah wie möglich an die Arbeit der Bundesregierung bringen", sagt Regierungssprecher Steffen Seibert in einem sympathischen Begrüßungsvideo. Wer Kritik üben wolle, bewahre bitte einen "freundlichen, sachlichen Ton. Das macht den Austausch für alle Seiten einfacher." Hämische Kommentargeber, im Internet auch Trolle genannt, werden von der Bundesregierung übrigens mit ihren eigenen Waffen geschlagen, was im Netz gut ankommt. Auf die Nutzer-Frage etwa, ob die Antworten computergeneriert seien, antwortet die Bundesregierung: "Noch fühl ich mich ganz menschlich (…). Gruß aus der Redaktion / Enter / ."

Social Media für Betriebe - Fazit

Man sollte sich vorher gut überlegen, ob man sich für einen Social-Media-Auftritt entscheidet. Die Online-Präsenz kann viel bringen, macht aber auch viel Arbeit - und unter Umständen viel Ärger. Sie sollten vorab entscheiden, was, wie oft, wann und auf welche Art und Weise sie posten. Und es sollte sichergestellt sein, dass man selbst oder jemand des Vertrauens - zumindest theoretisch - jederzeit dialogbereit ist.

 

 

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