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Produktion und Förderung

Sonnleitner: Magere Erntebilanz - Sorge um Veredlungsbetriebe

© Stefan Hiller/aboutpixel
von , am
02.09.2011

Berlin - Mit 41 Millionen Tonnen Getreide wurden in Deutschland etwa sechs Prozent weniger als im Vorjahr gedroschen. DBV-Sonnleitner kommentiert die Ernte in der aktuellen Deutschen Bauern Korrespondenz.

Bei den Hektarerträgen gibt es extreme Schwankungen, je nach Bodenart und der Auswirkung der Trockenheit im Juni. © Moonlight/aboutpixel.de
"Wir werden das durchwachsene Jahr 2010 nochmals deutlich unterlaufen und haben eine äußerst magere Bilanz der Getreideernte zu ziehen." Das betonte Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) im Klartext der Septemberausgabe der Deutschen Bauern Korrespondenz, die im Schwerpunkt die Ernte 2011 analysiert. Sonnleitner weiter: "Dem heißen und trockenen Sommer im Frühjahr folgte ein Frühjahr im Sommer mit rekordverdächtigen Niederschlagsmengen gerade im Norden und Nordosten. Es waren und sind gute Nerven gefragt, um das Getreide vom Halm zu holen. Teilweise war es eine Schlacht ums letzte Korn und manchem Kollegen war es wochenlang nicht möglich, die tiefnassen Äcker zu befahren."
 
Zur Bilanz 2011 gehört nach Aussage des DBV-Präsidenten aber auch, dass die Landwirte vor einer "wuchtigen Mais- und einer hoffnungsvollen Zuckerrübenernte sowie Weinlese" stehen und die Grünfutterversorgung keine Sorgen bereitet.

Sauenhalter wieder unter Druck

Extreme Sorgen mache sich Präsident Sonnleitner hingegen um die Veredlungsbetriebe, allen voran die Sauenhalter. Zwar seien sie das Auf und Ab der Märkte gewohnt und konnten in den beiden vergangenen Jahren wieder etwas Luft holen. "Wenn jetzt aber nicht schnell eine Trendwende bei den Schlacht- und Ferkelpreisen einsetzt, damit die extrem gestiegenen Erzeugungskosten abgefedert werden können, dann wird einigen bald die Luft ausgehen", mahnte Sonnleitner.
 
Unabhängig von Ackerbau oder Veredlung hat nach Meinung Sonnleitners dieser Sommer erneut bestätigt, dass der Bauernverband mit seinen Forderungen nicht nachgeben darf. Insbesondere gelte es, den Landwirten ein Instrument an die Hand zu geben, damit sie die turbulenten Berg- und Talfahrten bei ihren Einkommen in den Griff bekommen. Umso unverständlicher, kritisierte der DBV-Präsident, sei die Abwehrhaltung der Bundesregierung gegenüber einer Risikoausgleichsrücklage. Zumindest müsse es aber gelingen, über ein Vorziehen der Auszahlung der Betriebsprämie zum 01. Dezember Luft in den Betrieben zu schaffen, forderte Präsident Sonnleitner in der Deutschen Bauern Korrespondenz.

Video: DBV-Erntebilanz - Mageres Ergebnis bei der Getreideernte 2011

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