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Produktion und Förderung

Sorgenkinder der Landwirte: Erzeugerpreise und Bürokratie

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Katharina Krenn , agrarheute
am
21.10.2015

Die Stimmung der Landwirte ist derzeit auf einem Tiefpunkt. Wo den Bauern der Schuh am meisten drückt, zeigt das Ergebnis der aktuellen agrarheute.com-Umfrage.

Die zunehmende Bürokratie mit den Dokumentationspflichten macht den Landwirten zu schaffen. © landpixel
Es sind die niedrigen Erzeugerpreise, die den meisten Landwirten die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. 34 Prozent der Teilnehmer der aktuellen agrarheute.com-Umfrage gaben die niedrigen Preise als Grund für die schlechte Stimmung an. Bei knapp 30 Prozent der teilnehmenden Landwirte sorgt die zunehmende Bürokratie mit ihren Dokumentationspflichten für Unmut. 21,5 Prozent machen sich um die Liquiditätslage Sorgen. Auch der Konkurrenzdruck in der Branche macht Einigen, laut Umfrage etwa 11 Prozent, zu schaffen. Nur 3,5 Prozent ärgern sich über steigende Betriebsmittelpreise. 288 Personen haben an der Umfrage teilgenommen.

'Ansehen in der Gesellschaft zu gering'

Nicht nur ist die Marktsituation derzeit prekär, die Bauern fühlen sich zudem nicht ausreichend wertgeschätzt. 54 Prozent der Landwirte sind der Meinung, dass die Wertschätzung der Landwirtschaft in der Gesellschaft zu gering ist. Das geht aus einer Umfrage hervor, die der Gemeinschaftsfonds Saatgetreide in Kooperation mit dem Münster Research Institute durchgeführt hat. Aus Sicht der Landwirte hat die mediale Berichterstattung einen großen Anteil daran. 70 Prozent bezeichneten sie als nicht positiv. Für die Studie wurden 300 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland befragt.

DLG-Trendmonitor: 'Kaum Besserung in Sicht'

In Deutschland sind laut DLG-Trendmonitor insbesondere die Milchvieh- und Schweinehalter skeptisch was den weiteren Geschäftsverlauf betrifft. "Zwar steigen die Preise für Milchprodukte an den internationalen Exportmärkten, jedoch drückt die Rekordmilchanlieferung in der EU auf die Erzeugerpreise", erklärt die DLG.
 
Auch bei Schweinen zeichne sich im laufenden Jahr eine Rekorderzeugung ab, die die Preise unter Druck setze. Etwas mehr Hoffnung auf eine Preiserholung haben die Marktfruchterzeuger: "Nach dem Preisdruck der global und EU-weit umfangreichen Getreideernte ruht die Hoffnung auf den EU-Getreideexporten, die im kommenden Winter für steigende Nachfrage und anziehende Preise sorgen könnten", so die Prognose im DLG-Trendmonitor.
 
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