Login
Steuer und Finanzen

Sozialversicherung: Das ändert sich 2015 für Minijobber

© landpixel
von , am
01.01.2015

Seit 1. Januar 2013 gilt die Verdienstgrenze von 450 Euro für geringfügig Beschäftigte. Auch die Gleitzone zwischen 450 und 850 Euro wurde angepasst. Ab 2015 fallen Übergangsregeln für Minijobber weg.

Seit Januar 2015 gilt auch für Saisonarbeitskräfte ein Mindestentgelt von 7,40 Euro pro Stunde im Westen und 7,20 Euro pro Stunde im Osten. © Mühlhausen/landpixel

Seit 1. Januar 2013 gilt die Verdienstgrenze von 450 Euro für geringfügig Beschäftigte. Auch die Gleitzone für Entgelte zwischen 450 und 850 Euro hat der Gesetzgeber angepasst. Für Arbeitsverhältnisse, die bis Ende 2012 geschlossen wurden, gelten noch Bestands- und Übergangsregelungen, die 2015 entfallen. Daraus ergeben sich einige sozialrechtliche Änderungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Fallen die Bestandsschutz- und Übergangsregelungen weg, müssen viele Beschäftigungsverhältnisse sozialrechtlich neu beurteilt werden. Hier ein Überblick über die wichtigsten Änderungen in den unterschiedlichen Verdienstgrenzen:

Verdienst bis 400 Euro

Überschreitet das monatliche Einkommen durch die geringfügige Beschäftigung vor und nach dem 31. Dezember 2014 die 400 Euro-Grenze nicht, bleibt der Minijobber durchgehend kranken-, pflege- und arbeitslosenversicherungsfrei. Ein Beschäftigungsverhältnis, das bis Ende 2012 geschlossen wurde, bleibt auch über den 31. Dezember hinaus rentenversicherungsfrei.

Minijobber haben aber weiterhin die Möglichkeit, für die Zukunft eine Erklärung beim Arbeitgeber abzugeben, dass sie den Rentenversicherungsbeitrag aufstocken, und so entsprechende Leistungen in der Rentenversicherung erwerben.

 

Wird das monatliche, regelmäßige Entgelt auf einen Betrag zwischen 400,01 und 450 Euro erhöht, zählt das Arbeitsverhältnis als neu aufgenommener Minijob, der weiterhin kranken-, pflege- und arbeitslosenversicherungsfrei ist. In der Rentenversicherung besteht jedoch Versicherungspflicht. Eine Verzichtserklärung gilt dann für die gesamte Dauer der zukünftigen Beschäftigung. Hat der Minijobber bereits auf die Versicherungsfreiheit verzichtet und das Entgelt auf bis zu 450 Euro erhöht, ist eine Befreiung nicht mehr möglich, denn diese gilt für die gesamte Dauer der Beschäftigung und kann nicht widerrufen werden.

Verdienst von 400,01 bis 450 Euro

Beschäftigte, die bis Ende 2012 zwischen 400,01 und 450 Euro verdient haben, waren nach derzeitigem Recht in der sogenannten Gleitzone und in allen Zweigen sozialversicherungspflichtig. Diese Regelung gilt bis zum 31. Dezember 2014 da der Gesetzgeber hierfür Bestandsschutz bzw. eine Übergangsregelung geschaffen hat.

Keine Versicherungspflicht besteht, wenn das regelmäßige monatliche Entgelt bis dahin auf unter 400 Euro reduziert wird. Am 1. Januar endet für diesen Personenkreis die Gleitzonenregelung. Sie sind dann kranken-, pflege- und arbeitslosenversicherungsfrei, es besteht aber eine Rentenversicherungspflicht. Der Arbeitgeber muss Pauschalbeiträge abführen, Midijobber werden so zu Minijobbern, die sich auf Antrag von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen können.

Arbeitgeber müssen ihre Arbeitnehmer zum Jahreswechsel bei der zuständigen Krankenkasse ab- und bei der Minijobzentrale anmelden. Minijobber, die dann nicht mehr gesetzlich krankenversichert sind, sollten sich mit ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen, um ihren Versicherungsschutz zu klären. War die bis zum 31. Dezember ausgeübte Tätigkeit in der Gleitzone die Hauptbeschäftigung - lag der Verdienst also beispielsweise bei 430 Euro - wird sie zum Minijob. Bei mehreren Minijobs wird zusammengerechnet.

Verdienst von 450,01 bis 800 Euro

Beschäftigte, die vor 2013 regelmäßig zwischen 450,01 und 800 Euro verdient haben bleiben in allen Zweigen sozialversicherungspflichtig, mit der seit dem 1. Januar 2013 geltenden Gleitzonenregelung.

Achtung: Minijobber, die ab 1. Januar die Verdienstgrenze von 450 Euro wegen des neu eingeführten Mindestlohns überschreiten, rutschen automatisch in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis.

Verdienst von 800,01 bis 850 Euro

Wer schon vor 2013 zwischen 800,01 und 850 Euro verdient hat, für den ändert sich ab 01. Januar nichts. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde die Gleitzonenregelung nicht angewendet, weil das Arbeitsentgelt die 800 Euro überschritt. Es besteht in allen Zweigen eine Sozialversicherungspflicht, gemessen am tatsächlichen Arbeitsentgelt. Bei einem durchgehenden Beschäftigungsverhältnis bleibt das so. Es wird keine Gleitzonenregelung angewandt.

Bis zum 31. Dezember 2014 bestand für Arbeitnehmer noch die Möglichkeit, gegenüber ihrem Arbeitgeber die Anwendung der Gleitzonenregelung zu erklären. Eine automatische Anpassung an die Gleitzonenregelung erfolgt nach Wegfall der Bestands- und Übergangsregelung nicht.

Auch interessant