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Staatliche Beihilfen

Spanien: Landwirte erhalten Zuschuss zum Kauf von Dünger und Diesel

Luftaufnahme trockener Maisfelder in Spanien
am Samstag, 14.01.2023 - 04:55 (Jetzt kommentieren)

Die Regierung stellt 300 Mio. Euro für Dünger bereit. 20 Cent Tankrabatt für Agrardiesel werden weiter gewährt.

Zur Abfederung der drastisch gestiegenen Produktionskosten in der Landwirtschaft stellt die spanische Regierung weitere Hilfen bereit. Wie das Agrarministerium in Madrid mitteilte, wird der Kauf von Düngemitteln mit Direktbeihilfen in Höhe von 300 Mio Euro unterstützt.

Der Zuschuss wird pro Betrieb bis zu einer Höchstfläche von 300 ha gewährt. Er beträgt pro Hektar 22 Euro für unbewässerte Flächen und 55 Euro für bewässerte. Die Hilfen seien nötig, weil sich Düngemittel infolge des Ukraine-Krieges in den zwölf Monaten bis September 2022 um 80 % verteuert hätten, erläuterte das Ministerium. Dadurch sei die Rentabilität der Höfe gefährdet.

Spanische Landwirte erhalten weiterhin den Tankrabatt

Daneben kündigte das spanische Landwirtschaftsministerium eine Verlängerung des Tankrabatts von 20 Cent pro Liter Diesel an. Dieser pauschale Bonus war im vorigen April für sämtliche Käufer von Benzin und Diesel in Spanien eingeführt worden. In der Landwirtschaft wurde er ergänzend zur Energiesteuervergünstigung beim Agrardiesel gewährt.

Für die meisten Nutzer lief dieser Bonus zum Jahresende aus. In einigen Branchen, darunter die Landwirtschaft, wird er laut der Mitteilung des Ministeriums aber im laufenden Jahr fortgesetzt. Gewährt werden soll der Rabatt auf Basis des Verbrauchs, der auf dem jeweiligen Hof ausschließlich für die Landwirtschaft verwendet wurde.

Fortsetzung der Hilfspakete aus dem Vorjahr

Der Bauernverband Asaja begrüßte die Hilfen. Allerdings reichten diese nicht aus, um sämtliche Einbußen der Betriebe infolge des Ukraine-Krieges auszugleichen. Laut einer aktuellen Schätzung des Madrider Agrarresorts fielen die landwirtschaftlichen Produktionskosten zum Jahresende 2022 in Spanien um durchschnittlich 29 % höher aus als ein Jahr zuvor. Düngemittel verteuerten sich dabei am stärksten.

Die Kostenexplosion hat dazu geführt, dass das Agrareinkommen 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 8,7 % gesunken ist, obwohl der Produktionswert mit insgesamt 63,77 Mrd Euro einen neuen Rekordwert erreichte.

Die Regierung hatte bereits im vorigen Jahr Hilfspakete zum Ausgleich krisenbedingter Verluste in der Landwirtschaft geschnürt. Konkret wurden unter anderem Sozialversicherungsbeiträge gestundet, die Einkommensteuer gesenkt Höchstpreise für entsalztes Meerwasser festgelegt.

Mit Material von AgE
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