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Produktion und Förderung

Spendenkonto für Hochwasser-Opfer eingerichtet

von , am
07.06.2013

Berlin - Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat heute in Berlin die vom Hochwasser betroffenen landwirtschaftlichen Flächen auf 150.000 Hektar beziffert. DBV-Präsident Rukwied mahnte schnelle Hilfe an.

Wie auf diesen oberbayerischen Maisschlag wurden bislang rund 150.000 ha landwirtschftliche Nutzfläche vom Hochwasser heimgesucht. © BBV
In Abstimmung mit den betroffenen Landesbauernverbänden beziffert der Deutsche Bauernverband (DBV) die bisher durch das Hochwassergeschehen überfluteten Flächen in Thüringen, Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen auf mindestens 150.000 Hektar. Je nach Verlauf des Hochwassers an Elbe und deren Seitenflüssen beziehungsweise den Folgen des Dammbruchs bei Deggendorf und Straubing, dürfte sich diese Fläche auf bis zu 250.000 Hektar erhöhen (Grünland und Ackerland).
 
Die durch die Überflutung ausgelösten Schäden der Bauern dürften bereits jetzt bei 150 Millionen Euro liegen und werden sich laut DBV auf etwa 250 Millionen Euro erhöhen. Hinzu kämen Gebäudeschäden in der Landwirtschaft und Verluste in der Tierhaltung von geschätzt 50 bis 80 Millionen Euro. Der Gesamtschaden übersteige 300 Millionen Euro.

Spendenkonto eingerichtet

"Diese Schäden können die einzelnen Bauern nicht alleine tragen", erklärte dazu heute DBV-Präsident Joachim Rukwied in Berlin. Es gebe große solidarische Hilfestellung der Nachbarn untereinander. Ebenso herrsche eine große Spendenbereitschaft der Land- und Forstwirtschaft sowie der damit verbundenen Wirtschaftsbereiche untereinander. Der DBV hat deshalb in Zusammenarbeit mit der Schorlemer Stiftung ein Spendenkonto eingerichtet und bittet alle spendenbereiten Menschen um Unterstützung.
Kontoinhaber Schorlemer Stiftung
Konto 1700349035
BLZ 380 601 86
Institut Volksbank Bonn Rhein-Sieg eG
IBAN DE79380601861700349035
BIC GENODED1BRS

Das Geld werde laut DBV ohne jegliche Verwaltungskosten zu 100 Prozent an durch das Hochwasser in eine Notlage geratene Landwirte und deren Familien weitergeleitet. Um eine entsprechende Spendenquittung auszustellen, bittet die Stiftung um Angabe von vollständigem Namen und Anschrift.

Rukwied: Schnell und unbürokratisch helfen

DBV-Präsident Rukwied machte aber auch deutlich, dass die Landwirtschaft bei den Sofortmaßnahmen von Bund und Ländern angemessen berücksichtigt werden müsse. Hierbei gehe es vor allem darum,
  • Gebäudeschäden und Verluste an Tieren zu ersetzen,
  • die überfluteten Flächen vom Treibgut zu befreien und
  • die ländliche Infrastruktur wieder herzurichten. 
Des Weiteren werde aber mit den vorgelegten Zahlen auch klar, dass Länder, Bund und die EU ein eigenständiges Wiederaufbauprogramm auflegen müssten. Den vom Hochwasser betroffenen Landwirten müsse unbürokratisch und schnell geholfen werden, die Substanz der Betriebe zu erhalten. Rukwied wies darauf hin, dass die Landwirtschaftliche Rentenbank ein Liquiditätshilfeprogramm aufgelegt hat. Er forderte die Finanzämter auf, Steuerstundungen der betroffenen Landwirte großzügig zu entscheiden, auch die Sozialversicherungsträger könnten durch Beitragsstundungen zur Entlastung beitragen.
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