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Risikomanagement

Start-up Wetterheld führt innovative Dürreversicherung ein

Glühende Sonne über einem trockenen Maisfeld
am Mittwoch, 13.11.2019 - 09:32 (Jetzt kommentieren)

Eine Dürreversicherung auf der Basis eines Wetterindexes bietet das Start-up Wetterheld an. Premiere ist auf der Agritechnica.

Bei dieser Dürreversicherung wählt der Landwirt den Versicherungszeitraum und die Versicherungssumme bis zu einer Obergrenze von 100.000 Euro. Die Assekuranz leistet in Abhängigkeit von der Zahl der Tage, an denen eine vereinbarte Niederschlagsmenge nicht erreicht wird. Dabei ist die Auszahlung gestaffelt nach der Zahl der trockenen Tage.

Die Versicherung leistet gestaffelt nach Trockenheitstagen

Auf der Agritechnica präsentiert das Start-up Wetterheld diese Woche in Hannover verschiedene Beispielrechnungen. So könnte ein Landwirt in Sachsen-Anhalt einen wirtschaftlichen Ertrag von 30.000 Euro gegen Dürre im Monat Mai 2020 zum Preis von 2.053 Euro einschließlich Steuern absichern. Die Prämie ist abgeleitet aus historischen Wetterdaten. Basis ist jeweils eine in der Nähe des Betriebes liegende Wetterstation.

Fällt im Versicherungszeitraum an sechs oder mehr Tagen mindestens 0,9 mm Regen, leistet die Versicherung nicht. Ab dem 26. Tag Trockenheit beginnt die Leistungsstaffel mit 5.000 Euro und steigt bis auf 30.000 Euro bei 31 Tagen Trockenheit.

Keine Begutachtung notwendig

Ausschlaggebend für die Versicherungsleistung sind ausschließlich die Niederschläge an der ausgewählten Wetterstation, nicht die tatsächlichen Regenfälle auf den Flächen des Betriebes. Eine Begutachtung der Kulturen oder der Trockenschäden entfällt.

Im Dürrejahr 2018 hätte der Beispielbetrieb in Sachsen-Anhalt bei realen Wetterdaten insgesamt 10.000 Euro ausgezahlt bekommen.

Auch Frost, Hitze und Schnee können abgesichert werden

Wie der Geschäftsführer und einer der drei Gründer von Wetterheld, Nikolaus Haufler, gegenüber agrarheute erläuterte, werden die Policen digital vertrieben. Versicherbar sind auch die Risiken Frost, Hitze und Schnee.

Um das Risiko für den Versicherer zu streuen, bietet Wetterheld anderen Unternehmen, die ein gegenläufiges Wetterrisiko haben, ähnliche Policen an. Beispiele sind Schausteller, Konzertveranstalter oder die Betreiber von Außengastronomie, die sich gegen zu viel Regen absichern. Dadurch sollen die Prämien für die Kunden insgesamt niedriger ausfallen können als bei einer reinen Dürreversicherung.

Hinter dem Start-up steht das Versicherungsunternehmen Elements Insurance, das nach eigenen Angaben eine BaFin-Lizenz hat.

Fakten zur Trockenheit 2018

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