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Steuerfalle Liebhaberei: Was Landwirte im Nebenerwerb wissen sollten

Ernte mit älterer Landtechnik
am Sonntag, 31.07.2022 - 05:15

Der Fiskus stuft Landwirtschaft im Nebenerwerb gern als „Liebhaberei“ ein. Diese Bewertung sollten Sie tunlichst vermeiden – mit einer Ausnahme.

Sebastian Gruber, Steuerberater

Landwirtschaftliche Betriebe werden in den unterschiedlichsten Formen geführt. Entweder geht es in Richtung des Haupterwerbs, der danach strebt, sich zu vergrößern und wettbewerbsfähig zu bleiben, oder kleinere landwirtschaftliche Betriebe werden häufig nur noch im Nebenerwerb geführt, weil andere Einkunftsquellen vorhanden sind oder sie Geschäftsfelder außerhalb der Landwirtschaft im Rahmen der „Diversifizierung“ schaffen.

Vor allem kleinere Nebenerwerbsbetriebe sollten sich jedoch vor der sogenannten Liebhaberei in Acht nehmen. Spricht ihnen das Finanzamt die Gewinnerzielungsabsicht ab, zieht das nämlich zahlreiche Nachteile nach sich. Das betrifft unter anderem die Einkommensteuer, die Umsatzsteuer, die Gewerbesteuer und auch das Bewertungs- und Erbschaftsteuerrecht.

Welche Voraussetzungen sind einkommensteuerrechtlich zu erfüllen?

Einkommensteuerlich gilt ein Betrieb für das Finanzamt nur dann als existent, wenn er insbesondere folgende Voraussetzungen erfüllt:

  • selbstständige Betätigung
  • nachhaltige Betätigung
  • Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr
  • Absicht, Gewinne zu erzielen

Betriebsneugründungen und längere Verlustphasen im Fokus

Insbesondere bei Betriebsneugründungen überwachen die Finanzämter die Liebhaberei genau. Jedoch auch bei bestehenden Betrieben, die längere Verlustphasen erleiden, schauen die Finanzämter hin.

Regelmäßig werden dabei die Steuerbescheide vorläufig erlassen. Sofern im Nachhinein die Liebhaberei festgestellt wird, werden die einkommensmindernd geltend gemachten Verluste aberkannt und es kommt zur Steuernachzahlung.

Wann die "Liebhaberei" eine Chance ist

Sollten bei bestehenden Betrieben längere Verlustphasen eintreten oder sich im Rahmen der Neugründung über die Anlaufphase hinaus Verluste abzeichnen, nehmen Sie frühzeitig mit ihrem Steuerberater Kontakt auf. Ziel muss es sein, einerseits die Verluste steuerlich abzusichern und andererseits Konzepte aufzuzeigen, dass der Betrieb wieder in die Gewinnzone rutscht. Hier müssen steuerliche- und betriebswirtschaftliche Beratung Hand in Hand gehen. Der Wille des Betriebsleiters, betriebliche Abläufe zu überdenken, muss gegeben sein.

Jedoch kann die Feststellung der Liebhaberei auch eine Chance sein, steuerliche Pflichten nicht mehr erfüllen zu müssen. Auch dieser Gedankengang sollte mit einem steuerlichen Berater geplant werden, um unschöne Überraschungen zu vermeiden.

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