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Produktion und Förderung

Studie: GAP-Reform drückt Bodenpreise

von , am
06.08.2013

Brüssel - Das EU-Parlament hat eine Studie zu den Auswirkungen der Agrarreform auf die Bodenpreise in Auftrag gegeben. Wahrscheinlich, so das Ergebnis, sollen die Bodenpreise sinken.

Für Deutschland vermuten die Forscher einen leichten Preisrückgang. © A. Blümel
Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) wird in vielen EU-Mitgliedstaaten Einfluss auf die Bodenpreise haben. Allerdings variieren Ausmaß und Richtung in den einzelnen Partnerländern. Das geht aus einer vom Europa-Parlament in Auftrag gegebenen Studie hervor, die Prof. Johan Swinnen von der belgischen Universität Leuven und seine Mitarbeiter erstellt haben, an der aber auch die Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) beteiligt war.
 
Die Wissenschaftler erwarten, dass die Bodenpreise zumeist sinken und nur in wenigen Fällen steigen werden. Da noch zahlreiche andere Faktoren auf die Bodenpreise Einfluss hätten, seien die Aussagen allerdings nicht als verbindlich zu werten.

Verschiedene Ausgangssituationen analysiert

In der Studie wurden verschiedene Ausgangssituationen und Umsetzungsmöglichkeiten durchgespielt. Bleibt die Basis der Betriebsprämienansprüche gleich, vermuten die Wissenschaftler keine bis minimale Veränderungen auf den Bodenmärkten.
 
Die Abkehr vom historischen Modell der Direktzahlungen zu einer Regionalprämie werde dagegen zu Subventionsverschiebungen führen. Insgesamt werde der Wert der Hektare damit harmonisiert und die Bodenpreise könnten teilweise steigen.
 
Degression und Kappung sowie die stärkere Förderung der ersten Hektare werde dagegen die Flächen unterschiedlich attraktiv machen.

Kleine Bodenpreisreduktion durch Greening

Durch das Greening wird allgemein eine Bodenpreisreduktion erwartet, die jedoch nicht groß ausfallen soll. Die Budgetkürzung wird auch die Kapitalisierung verringern. Länder mit geringem Pachtanteil wie Irland, Portugal, Dänemark und Polen, wo die Bewirtschafter zumeist auch die Bodeneigentümer sind, werden grundsätzlich weniger Auswirkungen spüren.
 
In EU-Mitgliedstaaten mit einem großen Pachtmarkt wie Frankreich, Belgien, Malta, Bulgarien, die Slowakei und Tschechien könnten die Grundeigentümer dagegen von der Reform profitieren. Des Weiteren ist zu beachten, ob in Ländern mit einzelbetrieblichem Ansatz mehr Zahlungsansprüche als verfügbares Land bestehen oder weniger und ob die Zahlungsansprüche handelbar sind.

Deutschland: Leichter Preisrückgang vermutet

Die stärksten Rückgänge erwarten die Wissenschaftler für die Mitgliedstaaten mit Regionalmodell und einem Überschuss an Zahlungsansprüchen wie auf Zypern.
Für Deutschland mit seinem Hybridansatz wird ein leichter Preisrückgang vermutet. Preissteigerungen sind dagegen im ersten Jahr der Umsetzung möglich, wenn die Neuverteilung aus einer Mangelregion der handelbaren Zahlungsansprüche eine Überschussregion macht und somit Landnutzung wieder interessanter wird. 

Bodenpreise durch unterschiedliche GAP-Ansätze beeinflusst

Der Bodenmarkt sei in der Vergangenheit immer wieder durch die unterschiedlichen GAP-Ansätze, aber vor allem durch die GAP-Reformen beeinflusst worden, betonten Swinnen und seine Kollegen.
 
Dabei hätten sich Beihilfeerhöhungen zumeist in den gestiegenen Grundstückswerten und Pachten wiedergefunden. Schon damals habe es aber erhebliche Unterschiede zwischen den Regionen sowie zwischen einzelnen Betrieben gegeben. Empirische Studien belegten, dass jeder zusätzliche Euro in der Betriebsprämienregelung eine Pachterhöhung zwischen 0,06 Euro und 0,94 Euro gebracht habe.
 
In den neuen EU-Mitgliedsländern hätten sich zudem die Pachtpreise nach dem Beitritt 2004 stark erhöht. Waren die Landwirte stärker in Genossenschaften organisiert, fielen die Preiserhöhungen dabei kleiner aus, da die Bauern dann eine größere Verhandlungsmacht als bei einzelnen Nachfragern hatten.
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