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Produktion und Förderung

Studie: Glyphosat wirkt negativ auf Nutztiere

© agrar-press
von , am
18.09.2013

Forscher konnten bei Kühen das Herbizid Glyphosat nachweisen und vermuten eine deutlich schädigende Wirkung. Das Herbizid rufe laut Studie Nährstoffmangel und Organschädigungen hervor.

Glyphosat-Studie: Alle untersuchten Tiere schieden das Herbizid aus. © Mühlhausen/landpixel
Wissenschaftler des Instituts für Bakteriologie und Mykologie an der Universität Leipzig haben Urin und Blut von über 200 Kühen aus konventionellen Ställen in Dänemark untersucht. Das Ergebnis der Studie zeigte, dass alle Kühe das Herbizid Glyphosat ausschieden, Außerdem fanden die Forscher erhöhte Konzentrationen bestimmter Enzyme im Blutserum der Tiere. Dieser Befund weise auf eine Schädigung von Organen und Muskeln hin.
 
 
So lag beispielsweise der Durchschnitt für das Enzym Glutamat-Dehydrogenase bei fünf der acht Farmen über den Referenzwerten. Das könne ein Indiz dafür sein, dass Leberzellen der Kühe zerstört wurden, heißt es.

Glyphosat verhindert Nährstoffaufnahme

Ein weiteres Ergebnis: in allen Ställen lagen die Durchschnittswerte der lebensnotwendigen Spurenelemente Mangan und Kobalt weit unter dem Referenzwert. Die Blutproben zeigten niedrige Konzentrationen der Stoffe, die für verschiedene Körperfunktionen benötigt werden. Die Experten der Uni Leipzig vermuten, dass das mit der Wirkweise von Glyphosat zu tun hat. Das Herbizid, vor allem vertrieben vom US-Agrarkonzern Monsanto, bindet die Elemente und verhindert, dass Pflanzen ausreichend damit versorgt werden. Offenbar betrifft das jedoch auch die Tiere, die Futtermittel von glyphosat-besprühten Äckern zu fressen bekommen.
 

Kaum Studien zur Nutztierbelastung

Die Autoren der Studie wundern sich darüber, dass nicht mehr Forschungsergebnisse zur Glyphosatbelastung von Nutztieren vorliegen. Schließlich, so heißt es, gebe es viele Untersuchungen, die das Herbizid im Urin von Menschen festgestellt haben. Einerseits bei Landwirten, die die Chemikalie einsetzen. Andererseits aber auch bei Verbrauchern:
 
Tests im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatten vor einigen Monaten für Aufsehen gesorgt. Das Herbizid war im Urin zahlreicher Großstadtbewohner in Europa gefunden worden. Auch hier könnte die Nahrung der Grund für die Belastung sein.
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